Premiere: Live-Übertragung der Vernissage am 23. August

„Purpurschnecke und Färberwaid“ heißt die neue Ausstellung im Haus der Seidenkultur (HdS). Gezeigt wird die spannende Entwicklung der Textilfärberei; angefangen von ersten Farbexperimenten in der Jungsteinzeit über die historische Farbküche des Mittelalters bis hin zu den ersten synthetisch hergestellten Farbstoffen ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Vernissage wird am Sonntag 23. August ab 11 Uhr live im Internet übertragen.

Die Signalwirkung kunstvoller Farbmischungen gibt bereits das Ausstellungs-Logo wieder, wo das dominante Rot der Purpurschnecke immer mehr vom Blau der Färberwaid-Pflanze annimmt. Aus dem Färberwaid wurde in Deutschland das Indigoblau gewonnen. „Erst an der Luft oxidiert der Farbstoff und wird langsam blau“ erklärt Kuratorin Dr. Ulrike Denter, die selbst lange Jahre in der Textilforschung gearbeitet hat.

Im Focus der Ausstellung sind angewandte Farbtechniken, aus denen verschiedene Berufsgruppen hervorgingen. Die Palette reicht vom Schwarzfärber über den Leinwand- und Tuchfärber bis hin zum Schönfärber. Mit der Zeit entwickelten sich aus den einzelnen Gruppen eigene Zünfte, die jeweils individuelle Wappen mit spezifischen Motiven hatten.

Aber auch die Schattenseiten des im wahrsten Sinne des Wortes „schmutzigen Geschäfts“ hat Denter beleuchtet. So wurden die Färber häufig selbst als unrein angesehen, weil sie mit übelriechenden Substanzen, wie Urin und Kuhdung, umgingen.

Ursprünglich waren die Färber als Lohnwerker für die tuchverarbeitenden Zünfte tätig und somit strengen Regelungen unterworfen. Denter: „Hohe Strafen waren die Folge, wenn eine Färbung nicht den geforderten Qualitätsansprüchen genügte. Dies ging bis hin zum Abhacken einer Hand.“

Ein Highlight der Ausstellung ist das Fragment einer koptischen Tunika, ein ägyptisches Textilstück, das aus der Zeit des 7. Jahrhunderts (n. Chr.) stammt. Durch einen glücklichen Umstand gelangte die Grabbeigabe als Schenkung in den Besitz des Museums an der Luisenstraße 15, wo „Purpurschnecke und Färberwaid“ am Sonntag, 23. August ab 13 Uhr zu sehen sind.

Die Vernissage wird ab 11 Uhr als Live-Stream im Internet übertragen. „Wenn Corona bedingt nur wenige Leute ins Museum kommen können, kommen wir halt zu den Besuchern“, freut sich HdS-Sprecher Dieter Brenner über die Premiere einer Live-Übertragung, die von der Sparkasse Krefeld gesponsert wird.

Musikalische Höhepunkte letztjähriger HdS-Veranstaltungen werden im Rahmenprogramm der Vernissage zu sehen und zu hören sein. Ein Genuss, den sich auch Oberbürgermeister Frank Meyer nicht entgehen lässt, der live im HdS mit dabei sein wird.

Wer ebenfalls das Direktgeschehen verfolgen möchte, der findet seine „Eintrittskarte“ im Internet unter folgenden Links

https://youtu.be/DKWEy-n_x8g

oder

https://www.youtube.com/channel/UC2hqWhf78m34FcSxWqrngIw/live

Die neue Ausstellung wird bis zum 28. Februar 2021 gezeigt. Und zwar während der Öffnungszeiten des Museums von mittwochs bis freitags in der Zeit von jeweils 15 bis 18 und sonntags von 13 bis 17 Uhr. Anmeldungen zum Wunschtermin werden unter Telefon 02151-9345355 oder per Mail entgegengenommen Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Das Logo der Ausstellung zeigt wie das Rot der Purpurschnecke kontrastreich in ein Indigo-Blau übergeht.
HdS-Graphik: Ilka Neumann

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Im Färbergarten vom Haus der Seidenkultur wurde jetzt ein Schaukasten mit Infos über Pflanzen angebracht, die einst für die Gewinnung von Textilfarben benötigt wurden.

HdS-Foto: Brenner

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Die unterschiedlichsten Zünfte der Färber hatten jeweils ihr eigenes Wappen.

HdS-Foto: Brenner