Den "Pionieren der Textilgestaltung" widmet sich die Sonderausstellung im Haus der Seidenkultur (HdS) zum Bauhaus-Jubiläum in Krefeld, die bis zum 24. November 2019 gezeigt wird. Der Fokus richtet sich auf den künstlerischen und pädagogischen Wert der einst an der Textilingenieurschule Krefeld (TIS) lehrenden Bauhäuslerinnen Elisabeth  Kadow und Immeke Mitscherlich.

Den "Pionieren der Textilgestaltung" widmet sich die Sonderausstellung im Haus der Seidenkultur (HdS) zum Bauhaus-Jubiläum in Krefeld, die bis zum 24. November 2019 gezeigt wird. Der Fokus richtet sich auf den künstlerischen und pädagogischen Wert der einst an der Textilingenieurschule Krefeld (TIS) lehrenden Bauhäuslerinnen Elisabeth  Kadow und Immeke Mitscherlich.Elisabeth Kadow war ab 1945 für die Klasse der Druckgestaltung verantwortlich. Im Jahr 1958 übernahm sie als Nachfolgerin von Georg Muche die Leitung der Meisterklasse für Textilkunst und führte diese bis 1971. Immeke Mitscherlich leitete die Modeklasse III (Modegrafik) an der TIS von 1951 bis 1965.

Abgerundet wird die Ausstellung mit einem aktuellen Projekt, das in Zusammenarbeit mit Prof. Annette Pöllmann -  ehemalige Schülerin von Elisabeth Kadow und Georg Muche an der TIS in Krefeld - entwickelt wurde. Ein von der Krefelder Künstlerin gestaltendes Objekt diente als Vorlage für die Musterung einer Kollektion von Seidenschals und Tüchern, die in einer limitierten Auflage von jeweils 200 Stück angefertigt wurde. Aus dem Gestaltungskonzept ist der Einfluss der Bauhauslehre deutlich spürbar.

Bereits zur Vernissage wurde die Hälfte der Kollektion verkauft. „Wenn es die Sendung Bares für Rares in 50 Jahren noch geben sollte und Sie kommen mit einem Schal oder Tuch aus dieser Produktion in die Sendung wird sich der Kaufpreis von 77 € mehr als verdoppelt haben“, blickt HdS-Sprecher Dieter Brenner in die Zukunft einer möglichen Kapitalanlage.


Eines der Highlights der Ausstellung ist ein Wandbehang den Elisabeth Kadow im Jahr 1971 „Komposition 13“ nannte. Die aus Wolle gefertigte Seidenknüpfung ist in einer Ausführung von Hildegard von Portatius zu sehen. „Ein seltenes Exponat, das uns Klaus Wissing als Schenkung überlassen hat“, sagt Denter.

Wissing, einstiger Nachbar und Freund der Kadows hat den Wandbehang vor langer Zeit käuflich erworben. „Ich bin wie das gute Stück in die Jahre gekommen“, meinte Wissing während einer Pressekonferenz. Daher: „Im Museum ist das Exponat für die Zukunft gut aufgehoben; an einem Ort wo man das Werk zu wertschätzen weiß.“Das Jubiläum "100 Jahre Bauhaus" wird dieses Jahr bundesweit gefeiert. Die legendäre Hochschule für Gestaltung, gegründet 1919 in Weimar und sechs Jahre später nach Dessau verlegt, wurde 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen.

Die von Dr. Ulrike Denter kuratierte Ausstellung ist bis zum 24. November jeweils zu den Öffnungszeiten des Museums mittwochs bis freitags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Gebuchte Gruppen sind nicht an diese Öffnungszeiten gebunden. Anmeldungen werden unter Telefon 02151-9345355 entgegengenommen. Per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Elisabeth Kadow

Ein Privatfoto aus dem Jahre 1950 von Elisabeth Kadow, die ein Kleid trägt, dessen Muster von der Druckgestaltungsklasse der TIS (wo sie unterrichtete) entworfen wurde.

 

Kuratorin Ulrike Denter vor einem Werk von Elisabeth Kadow. Den Wandbehang konnte das HdS jetzt als Schenkung entgegennehmen.

HdS-Foto: Brenner