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An zwei Abenden in der Samt- und Seidenrunde

Pöllmann-Fähnchen wehen wir im Seidenmuseum

„Grenzenlos – Himmelwärts“ hieß eine Ausstellung im Haus der Seidenkultur (HdS), wo 2011 über 600 (Gebets-)Fähnchen wehten. Es waren einige Hundert Menschen unterschiedlicher Couleur, die damals dem Aufruf von Prof. Annette Pöllmann folgten und im emsig-kreativen Tun für dieses eindrucksvolle Projekt ihre eigenen, individuellen Botschaften gen Himmel „formulierten“.

 „Jetzt soll es im HdS quasi eine Fortsetzung oder einen ‚Nachspann‘ zur damaligen Ausstellung geben“, sagt Museumssprecher Dieter Brenner, der damit auf eine Veranstaltung hinweist, die am 10. September um 19 Uhr im Rahmen der „Samt- und Seidenrunde“ im Museum an der Luisenstraße 15 angeboten wird.

Der Abend findet im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Die Kunst des Unvorhergesehenen statt“; einer Retrospektive, die der Textilkünstlerin Annette Pöllmann gewidmet ist, die in diesem Jahr einhundert Jahre alt geworden wäre. „Da wir aus Platzgründen das Thema der Fähnchen in der Palette der gezeigten Exponate nur kurz andeuten konnten, soll dieser einzigartigen Aktion jetzt ein ganzer Abend gewidmet werden“, verspricht Ulrike Denter, die Kuratorin beider Ausstellungen.

„Zum Fähnchenabend müssen nicht unbedingt neue Exponate mitgebracht werden“, sagt Denter. Denn: „Ideen, wie ihr Fähnchen damals ausgesehen haben könnte, wären auch schon eine Bereicherung des Programms. Denter erinnert dabei an den einstigen Aufruf, den Pöllmann getätigt hatte und zitiert die textile Bauhauskünstlerin: „Es kommt nicht auf den Gegenstand an, sondern was man daraus macht!“ Und so verwandelte sich ein goldener Knopf in eine Kerzenflamme, Spitzenborten in Engelchen, ein unmodernes Halstuch in Blumen, Militärstoff in eine Taube, ein Sommerkleid in einen Dinosaurier. 

In der abendlichen Runde werden auch Ausschnitte aus Filmen gezeigt, die während der damaligen Ausstellungs-Aktivitäten gedreht wurden. Schließlich wehten die Fähnchen auch während einer Tournee durch andere Ausstellungsorte. Filme mit und über Annette Pöllmann werden im Seidenmuseum bereits am 26. August um 19 Uhr gezeigt. „Kamera läuft“, heißt der Filmeabend, der der textilen Bauhauskünstlerin gewidmet ist, die als Textildesignerin und Hochschullehrerin mit zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten der Samt- und Seidenstadt gehört. Der Eintritt zu beiden Abenden ist frei. 

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