Das geht aus einem 1927 in Chicago erschienen Buch hervor.
Nicht im Jahr 2000 mit der Gründung des Museums in der ehemaligen Paramentenweberei Hubert Gotzes in Krefeld, sondern vermutlich bereits 1915 soll der Name Haus der Seidenkultur (HdS) entstanden sein; und zwar nicht in Krefeld, sondern in der damaligen Gotzes-Filiale im amerikanischen Chicago. „Das scheint eine kleine Sensation zu sein“, sagt HdS-Sprecher Dieter Brenner. Und: „Wir werden unsere Museumsgeschichte wohl neu schreiben müssen!“ Doch der Reihe nach:
„Im Fluge durch die Welt“ heißt „eine Sammlung von Photographien“, die „Städte, Gegenden und Kunstwerke“ der damaligen Zeit von vielen Kontinenten der Welt zeigt. Herausgegeben wurde das Buch 1927 in Chicago vom Verlag „The Werner Company“, die auch über Büros in London, Berlin und Paris verfügte.
Der Buchtitel des 1927 in Chicago erschienenen Buches mit Fotos aus aller Welt.
Durch einen Zufall gelangte dieses aufwendig gestaltete Fotobuch jetzt in die Hände des Krefelder Stadtarchivs, wo Leiter Dr. Olaf Richter spontan entschied: „Dies ist etwas Besonderes für das Haus der Seidenkultur!“ Grund: Das Buch zeigt im Anhang zwei Fotos, die jetzt offensichtlich nicht nur das Interesse der Krefelder Historiker wecken.
So gibt es ein Foto, das im Krefeld zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert entstanden sein muss. „Einen solchen Blick auf St. Dionysius hatten wir bislang noch nie“, sagt Richter. Doch die eigentliche Sensation ist ein Foto aus der Chicagoer Dependance der Paramentenweberei Hubert Gotzes, die bekanntlich 1914 eine Filiale in den USA errichtete. Und aus diesem Foto geht hervor, das vermutlich in Chicago bereits der Name Haus der Seidenkultur aus der Taufe gehoben wurde, wie ein abgelichteter Schriftzug beweist.
Ferner ist wahrscheinlich ein Dr. Ewald Sproge zu sehen, der – so geht aus den alten Unterlagen hervor – nur für auswärtige Textiler Führungen durch das amerikanische Gotzes-Imperium anbot. Das seltene Buch wird jetzt erstmals am heutigen Dienstag einem kleinen Kreis im HdS vorgestellt, ehe es dann vermutlich einer Ausstellung zugeführt wird.
Ist das wirklich Dr. Ewald Sproge, der bereits um 1915 Führungen für Textil-Experten im amerikanischen Gotzes-Imperium anbot?
Ob es sich beim abgelichteten Mann tatsächlich um Dr. Sproge handelt, darüber scheinen sich die Autoren offensichtlich nicht ganz sicher zu sein. Daher kommt jetzt die Frage aus dem HdS, „wer kennt den Mann auf dem historischen Foto aus den USA!“ Antworten bitte per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
So ein Foto – das in Krefeld zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert entstanden sein soll – hat selbst Dr. Olaf Richter noch nie gesehen.