Das Haus der Seidenkultur (HdS) ist ab sofort für Besucher bis zum 21. April geschlossen! „Damit folgen wir dem Beispiel der städtischen Museen, die ebenfalls ihren Betrieb mit Blick auf die jüngste Corona-Welle eingestellt haben“, gibt Pressesprecher Dieter Brenner den einstimmigen Vorstandsbeschluss wieder. Und: „Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung blieb uns leider keine andere Wahl als so zu verfahren.“

Damit kommt das HdS einer Regierungs-Empfehlung nach, nicht notwendige Veranstaltungen zu meiden. „Auch aus der Verantwortung gegenüber unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern, die altersmäßig alle der so oft zitierten Risikogruppe angehören, war dieser Schritt unumgänglich“, bittet der Vorstand „um Verständnis für die außergewöhnliche Maßnahme in der Geschichte des Museums.“

Geöffnet bleibt indes der Online-Shop des Museums: „Eine wichtige Einnahmequelle, die die Zukunft unserer Kulturarbeit sichert, die wir künftig verstärkt im Internet und den sozialen Netzwerken anbieten wollen“, so Brenner. Auf diesen Plattformen werde das HdS weiter über die aktuellen Entwicklungen informieren.

„Alte Schaufenster-Deko ein Fall für den Sperrmüll, so hat man bei der Stadt Krefeld gedacht. Jetzt ist die einzigartige Deko erst einmal im Museum“, so moderiert Jens Krepla einen Fernsehbeitrag für die „Lokalzeit“ an.
Autor Helge Drafz war mit einem Kamerateam im Haus der Seidenkultur (HdS), wo der Beitrag über die Ausstellung „Krefeld in 3 D wie es früher einmal war“ für den WDR gedreht wurde. Die Besucher bekommen „eine Mischung aus Puppenstube und Bühnenbild zu sehen“, weckt der Fernsehmann Interesse für die Ausstellung, die noch bis zum 26. April im Museum an der Luisenstraße zu sehen ist.
Vor laufender Kamera spricht Museumschef Hansgeorg Hauser darüber, wie die 14 Diorahmen mit eindrucksvollen Szenen aus Alt-Krefeld dem Schredder gerade noch entkommen konnten. Und: „Wir sind auf der Suche nach einem neuen Besitzer.“ Grund: Die Exponate sind in die Jahre gekommen und bedürfen der dringenden Restaurierung.
Fürs Fernsehen entstaubt Kurator Achim Wahl die Akteure aus der „Puppenstube“ und sagt ins WDR-Mikro, wie faszinierend es ist „sich mit den spannenden Geschichten der einzelnen Bilder zu beschäftigen.“
In der WDR Mediathek kann der Beitrag - der mit „Historische Bilder zeigen Krefelder Stadtgeschichte“ getitelt ist - abgerufen werden. Dazu folgenden Link anklicken:
Historische Bilder zeigen Krefelder Stadtgeschichte

 

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WDR-Autor Helge Drafz (links) interviewt vor laufender Fernsehkamera Museumschef Hansgeorg Hauser.
HdS-Foto: Brenner

Übersetzer besuchten das Museum in Krefeld

Was macht ein niederländischer Lehrer aus Deventer am Zentral-PC im Haus der Seidenkultur (HdS)? Antwort: Der niederländische Pädagoge heißt Harold Pieters (54) und er übersetzt die Texte der HdS-Internetplattform (www.seidenkultur.de) von der deutschen in die niederländische Sprache. „Somit können wir unsere Nachbarn aus dem Raum Venlo, Den Haag und Amsterdam noch optimaler für unsere Einrichtung interessieren“, begründet Museumschef Hansgeorg Hauser den neuen Service.
Das Übersetzungsprojekt hat HdS-Museumsmitarbeiter Jürgen Reck in die Wege geleitet. „Beim letztjährigen Ausflug unserer Ehrenamtler wurde unsere Gruppe im Xantener Dom vom Belgier Antony Vanslembrovck (74) geführt. Der Mann hat uns mit seiner Mischung aus Information und Humor so fasziniert, dass ich ihn gefragt habe, ob er für uns nicht die deutschen Texte ins niederländische übersetzten kann“, sagt Reck.
Da der flämisch sprechende Belgier die Unterschiede zur niederländischen Sprache kannte, ließ er seinen Freund aus Deventer die Texte zur Korrektur lesen. Schluss letztendlich lief alles darauf hinaus, dass Pieters das Projekt komplett übernahm.
Jetzt kam es zu einem Treffen aller Beteiligten im Museum an der Luisenstraße in Krefeld. „Nachdem wir die tolle Einrichtung gesehen haben, sind wir besonders stolz unseren Beitrag für dieses große Kleinod leisten zu dürfen“, meinten die beiden Herren aus Benelux, denen zum Dank für ihr Ehrenamt im HdS eine original Niederrheinische Kaffeetafel serviert wurde.
Dazu gab es für die neuen niederländischen Freunde jeweils eine Krawatte mit den nostalgischen Motiven, die einst in der Paramentenweberei Hubert Gotzes verwebt wurden. Übrigens: Krawatte heißt auf Niederländisch „stropdas“, auch das wird künftig im Internet vom HdS kommuniziert.

 

 

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Das niederländische Übersetzungsteam am Zentralcomputer im Haus der Seidenkultur (HdS). Unser Bild zeigt (von links) Museumschef Hansgeorg Hauser, Antony Vanslembrovck, Harold Pieters und Jürgen Reck, der vom HdS die Kontakte zu den Nachbarländern knüpfte.
HdS-Foto: Brenner

Erst-Kollektion vom Haus der Seidenkultur war im Nu vergriffen

Der Ansturm auf das Seidentuch, dass das Haus der Seidenkultur (HdS) für den Krefelder Zoo als Beitrag für den Neubau eines Affenhauses anfertigen ließ, war gewaltig. „Kurz nach den ersten Publikationen war das mit 500 Stück limitierte Satintuch ausverkauft“, sagt Museumschef Hansgeorg Hauser.

Über die sozialen Netzwerke waren auch Zoofreunde aus dem Ausland über das einzigartige Exponat informiert. So gingen im Online Shop des Museums Bestellungen aus vielen Ländern der Welt ein. „Selbst aus China wurde geordert“, freut sich Hauser über die „überwältigende Resonanz“, die die HdS-Initiative fand.

„Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden ein Affenhaustuch II aufzulegen“, kündigt Hauser die Produktion eines Seiden-Twilltuches mit weiteren Tier-Motiven aus dem niedergebrannten Menschaffenhaus an. Die Fotos stammen erneut aus dem Fundus der Krefelder (Zoo-)Fotografin Hella Hallmann. Für die grafische Umsetzung konnte das HdS wiederum die Designerin Annika Balter von der Werbeagentur „Mediacolor“ gewinnen.
„Das aktuelle Seidentuch wirkt noch Farbiger und Frischer“, blickt Hauser auf die neue Kollektion, die auf eintausend Stück begrenzt wurde. Vom Verkaufspreis (28 €) fließen jeweils zehn Euro in den Fundus, den der Krefelder Zoo zum Wiederaufbau eines Affengeheges aufgelegt hat.

„Um das ganze Verfahren für unsere Verkaufsstellen abrechnungstechnisch einfach zu gestalten, zahlt der Kunde 18 €; zehn Euro kommen dazu als Direktspende in eine eigens dafür aufgestellte Spendenbüchse (unser Foto).

 

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Folgende (Verkaufs-)Partner hat das HdS für die Spendenaktion gefunden: Buchhandlung Mennenöh, Rheinstraße 70; Becker-Wittig Immobilien, Ostwall 111; Hafels Raumausstattung, Kölner Str. 532 (Fischeln); Copy Wolf, Oberstr. 34 (Uerdingen); die brille, Krefelder Str. 32 (Hüls); Haus der Seidenkultur, Luisenstr. 15.
Ferner kann das Seidentuch – es hat die Ausmaße von ca. 70 x 70 cm – im Online.Shop bestellt werden. Der Link dazu: https://seidenkultur.de/shop/online-shop

  

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Damit noch mehr Spendengelder für ein neues Affenhausgehege im Krefelder Zoo zusammenkommen, hat das Haus der Seidenkultur ein Seiden-Twilltuch „Affenhaus II“ auflegen lassen.
Foto: HdS

 

 

Die Welle der Hilfsbereitschaft für den Krefelder Zoo ebbt nicht ab. So hat das Haus der Seidenkultur (HdS) in der Rekordzeit von knapp einer Woche ein Seiden-Satintuch mit einem Motiv aus dem Affenhaus produzieren lassen, das ab sofort zum Preis von 28 Euro käuflich zu erwerben ist. „Pro Tuch – es hat die Größe von 70 x 70 cm – fließen zehn Euro in den Wiederaufbau einer neuen Bleibe für die Affen“ sagt Museumschef Hansgeorg Hauser. Und: „Um die Wertigkeit der einzigartigen Kollektion zu steigern haben wir die Auflage auf 500 Stück limitiert.“

Die Bildmotive stammen von der Krefelder Fotografin Hella Hallmann. In die Umsetzung der Sonderedition war die Werbeagentur „Mediacolor“ mit eingebunden. „Dank der superschnellen Umsetzung aller Beteiligten konnten wir recht schnell dieses Unterstützungsprojekt für den Zoo auf Schiene setzen“, bedankt sich Hauser für das Engagement eines „tollen Teams“.

Das Seiden-Satintuch ist während der Öffnungszeiten im Museumsshop an der Luisenstraße 15 erhältlich. Und zwar Mi – Fr. von 15 bis 18 und sonntags von 13 bis 17 Uhr. Rund um die Uhr wird das Zootuch im neu eingerichteten Online-Shop vom HdS angeboten. Hauser: „Mit einem Klick auf folgenden Link leisten Sie einen Beitrag für den Wiederaufbau des Affenhauses im Krefelder Zoo.“ https://seidenkultur.de/shop/online-shop/category/view/10

 

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Seidene Entdeckungsreisen durch die Stadt jetzt auch für Einzelpersonen

Mit zahlreichen Neuerungen und einer Erweiterung des touristischen Krefeld-Angebotes startet das Haus der Seidenkultur (HdS) in das neue Jahr. „Ab sofort bieten wir regelmäßig Stadtspaziergänge oder Stadtrundfahrten auf seidenen Pfaden auch für Einzelpersonen an“, sagt Museumssprecher Dieter Brenner. Und: „Damit kommen wir dem Wunsch vieler Interessenten nach, die diese Angebote – bislang gab es sie nur für gebuchte Gruppen - nutzen möchten.“
Der erste Termin für eine zweistündige „Stadtrundfahrt auf seidenen Pfaden“ ist Freitag, der 13. März. Der erste seidene Stadtspaziergang findet am Freitag, 20. März statt. Enthalten ist ein Besuch der Pfarrkirche St. Dionysius, wo eine kleine Führung und ein Orgelspiel stattfinden.

Treffpunkt beider Touren ist jeweils um 12 Uhr das HdS an der Luisenstraße 15. Die Teilnahme an der Stadtrundfahrt kostet 15, die Teilnahme am Spaziergang 8 € pro Person. Weitere Infos und Buchungsmöglichkeiten gibt es telefonisch unter 02151- 9345355 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
„Bei unseren Angeboten verknüpfen wir Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Textilstadt“, verrät Brenner das Konzept „der Entdeckungsreisen durch die Samt und Seidenstadt“. Das gelte vor allem für den neuen Stadtspaziergang, der in Anlehnung an die aktuelle Ausstellung „Crefeld in 3 D wie es früher einmal war“, angeboten wird.
14 Diorahmen (wir berichteten) zeigen derzeit im Museum, wie Krefeld in der so oft beschriebenen guten alten Zeit einmal ausgesehen hat. „An Originalschauplätzen schauen wir uns nunmehr an, was daraus geworden ist“, sagt Brenner, der für das HdS auch als Stadtführer unterwegs ist.

Neue Möglichkeiten finden sich auch auf der HdS-Internetplattform, wo der Museumsshop rund um die Uhr unter https://seidenkultur.de/shop/online-shop erreichbar ist.
Neues gibt es auch aus dem Bereich der Museumspädagoginnen zu berichten, die in Kürze ihr Konzept 2020 vorlegen, das für Kinder und Jugendliche eine Vielzahl von interessanten Angeboten beinhaltet. Mehrfach wurde in diesen Tagen die Frage an die Museumsleitung gestellt, ob denn auch im HdS – wie jüngst in den städtischen Museen eingeführt – der Eintritt für Kinder frei ist. „Das war bei uns schon immer so“, stellt Museumschef Hansgeorg Hauser – quasi als einer der Vorreiter des Museums-Nulltarifs für Kinder – fest.

Ferner kündigt Hauser den Vorstandsbeschluss an, dass künftig die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für alle Personen – also auch für Nichtmitglieder – zugänglich ist. Hauser: „Dadurch machen wir unser Tun transparenter umso künftig noch mehr Menschen für unsere ehrenamtliche Kultur-Arbeit für Krefeld begeistern zu können.“

 

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Hier unser Rathaus – das einstige Stadtschloss der von der Leyens – wie es früher einmal war. Beim Vorbau handelte es sich einst um eine hölzerne Konstruktion. HdS-Foto: Brenner

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Und so sieht das Rathaus der Stadt Krefeld in der Gegenwart aus. HdS-Foto: Wahl

 

 
 

Feiertagspause vom 21. Dez. bis 2. Januar 2020

„Wage den Sprung über Deinen eigenen Schatten, der Dir oft im Wege steht“, überschreibt Museumschef Hansgeorg Hauser (Foto) sein Grußwort zu den Feiertagen. Hauser rät, dass wir im Zeitalter moderner Kommunikation wieder mehr direkt miteinander reden sollten. Und: „Wir müssen wieder lernen, zu streiten, ohne Schaum vorm Mund, und lernen, unsere Unterschiede auszuhalten. Wer Streit hat, kann sich auch wieder zusammenraufen. Wer gar nicht spricht und erst recht nicht zuhört, kommt Lösungen kein Stück näher. Sprachlosigkeit heißt Stillstand.“

„Lassen Sie uns dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft mit sich im Gespräch bleibt“, wünscht sich Hauser für das kommende Jahr. Am Ende aller Gespräche sollte die Fähigkeit stehen einen gemeinsamen Kompromiss zu finden; „denn die Fähigkeit zum Kompromiss gehört mit zur Stärke der Demokratie“.

In diesem Sinne wünscht Hansgeorg Hauser allen Freunden und Mitstreitern vom Haus der Seidenkultur „ein friedvolles und erfülltes Leben in 2020“.

Im kommenden Jahr ist unser Museum nach der Feiertagspause – die am 21. Dez. beginnt – ab Donnerstag, 2. Januar – wieder geöffnet. Bis dahin allen eine gute Zeit.

 

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Unsere Ausstellung „Crefeld in 3 D wie es früher einmal war“ ist jetzt auch im Fernsehen zu sehen. Reimund Meincke von „k&m Medienproduktion“ drehte jetzt für „Krefeld-TV“ bei uns im Museum. Pressesprecher Dieter Brenner interviewte hier vor laufender Kamera den Leiter des Stadtarchivs, Dr. Olaf Richter, Kurator Achim Wahl und Museumschef Hansgeorg Hauser.
„Film ab“ heißt es für den, der den folgenden Link anklickt:
https://stadtfernsehen-krefeld.de/0468-crefeld-in-3d-dioramen-laden-zur-zeitreise-ein/

Das ist Maryse Gaspard, einst Top-Model von Pierre Cardin. Heute ist sie die Chefdirectrice des französischen Modezaren. Und was trägt die modebewusste Dame von Welt: Natürlich einen Seidenschal aus dem Haus der Seidenkultur (HdS).

Vor drei Jahren kam Gaspard höchst selbst ins HdS, wo in einer Ausstellung daran erinnert wurde, dass vor mittlerweile 53 Jahren in Krefeld der erste Europäische Mode-Oscar, das „Goldene Spinnrad“, an Pierre Cardin verliehen wurde. Die Erkenntnis, dass Mode ins Museum gehört, setzte jetzt auch der „Düsseldorfer Kunstpalast“ um, wo das HdS-Team erneut auf Frau Gaspard traf, die sich mit Freude an die „persönliche Atmosphäre“ der Cardin-Ausstellung in der Samt- und Seidenstadt erinnerte.

In Düsseldorf, wo die Cardin-Ausstellung noch bis zum 5. Januar 2020 zu sehen ist, trug Gaspard übrigens einen Schal mit dem Muster der Gondel. „Zu jedem unserer historischen Muster, die Schals und Krawatten zieren, erhält der Kunde ein Zertifikat aus dem die Bedeutung und Herkunft des Musters hervorgeht“, sagt Museumssprecher Dieter Brenner. Und: „Mit Maryse Gaspard haben wir jetzt einmal mehr eine prominente Botschafterin, die unseren Schal sprichwörtlich rund um die ganze Welt trägt!“

„Wer sich dem Kreis der modischen Botschafter anschließen möchte, der findet dazu im Museum die entsprechenden Dokumente und Argumente“, wirbt Brenner für den Museumsshop, der ab sofort auch rund um die Uhr online geöffnet ist. Da freut sich doch nicht nur der Weihnachtsmann sondern auch Museumschef Hans-Georg Hauser: „Das Weihnachtsgeschäft ist für uns eine wichtige Einnahmequelle, die wir benötigen, um auch künftig weiter einen kulturellen Beitrag für Krefeld leisten zu können“, sagt er.

Wer zum Weihnachtshopping ins Museum kommen möchte hat dazu an den Öffnungstagen Gelegenheit; und zwar von mittwochs bis freitags jeweils von 15 bis 18 und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

 

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Madam Gaspard trug in Düsseldorf einen Schal aus dem Haus der Seidenkultur.
HdS-Foto: Christof Denter

Ermöglicht durch eine Kooperation zwischen Textilmuseum und HdS.

Barbara Köstner hat ein seltenes Interessensgebiet. Sie ist Textilarchäologin. „Meine Spezialität sind Stoffe aus der Antike und dem frühen Mittelalter“, erklärt die Doktorandin von der Universität Bonn. Derzeit arbeitet die Forscherin viel mit den Webern zusammen, die im Haus der Seidenkultur an der Luisenstraße 15 ihr Wissen aus einem langen Berufsleben der Nachwelt weitergeben.

Denn das „Pfotenwissen“ der „alten Hasen“ hilft der Wissenschaftlerin, die Webtechnik der alten Ägypter von vor 2000 Jahren besser zu verstehen.

Eigentlich arbeitet Barbara Köstner meist mit dem Mikroskop. Sie sucht Museen in England, Griechenland, Spanien und anderen Ländern auf, wo ägyptische Fundstücke aus den Jahrhunderten vor Christus lagern. Diese Bruchstücke von antiken Textilien nimmt sie genau unter die Lupe, um mehr über Material, Muster und Webtechnik herauszufinden.

Doch „probieren geht über studieren“. So kam der Gedanke auf, die uralten Stoffstücke auf heutigen Webstühlen nachzuproduzieren. Beim praktischen Tun können ihnen weitere Geheimnisse entlockt werden.

Dr. Annette Schieck, Direktorin des Deutschen Textilmuseums in Krefeld-Linn, empfahl der jungen Kollegin das Krefelder Haus der Seidenkultur. Stehen hier doch Webstühle bereit und vor allem erfahrene Praktiker, die das Weben von der Pike auf gelernt haben.

Barbara Köstner nahm die Anregung gerne auf. Und so entwickeln die Doktorandin und die Weber seit dem Sommer ein Programm zum „Nachweben“ alter Stoffe.

Im nächsten September bieten sie für Restauratoren, Wissenschaftler, Künstler und Handweber einen entsprechenden Workshop an. Und zwar in deutscher und englischer Sprache. Denn die Interessenten kommen aus aller Herren Länder. „Der erste Workshop ist bereits ausgebucht“, freut sich Barbara Köster über die überwältigende Resonanz.

Kein Wunder. Eine solche Verzahnung von Wissenschaft und praktischer Handhabung bezüglich antiker Stoffe dürfte in Europa einmalig sein. Sie ist nur möglich durch die freundliche Zusammenarbeit von Linner Textilmuseum und dem Haus der Seidenkultur im Herzen der City. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal für Krefeld“, betont Dr. Annette Schieck.

Finanziert wird das Projekt durch die Kulturstiftung der Krefelder Sparkasse. „Wir sponsern es mit 24.000 Euro“, bestätigt Sparkassen-Vorstand Lothar Birnbrich.

Aber auch die Krefelder Bürger können das Projekt fördern: „Für den Workshop suchen wir noch Webstühle“, bittet Hansgeorg Hauser, Vorständler des Hauses der Seidenkultur. „Wer noch einen kompakten Tisch- oder Musterwebstuhl mit 12 oder mehr Schäften zu Hause hat, möge sich bitte melden.“

Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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Am Webstuhl: Textilarchäologin Barbara Köstner arbeitet mit den versierten Webern (v.l.) Dieter Blatt, Manfred Weisters und Christian Beckers zusammen, um antike Stoffe nachzuweben und diesen ihre Geheimnisse zu entlocken. Foto: Ernst Müller, Stadt-Spiegel

Zur festlichen Dekorierung der Schaufenster des Erweiterungsbaus am Neumarkt während der Adventszeit 1961 ließ die Krefelder Filiale der Kaufhof AG von Mitarbeitern ihrer Abteilung für Schaufensterdekoration 14 dreidimensionale Großbilder mit Straßenszenen aus Alt-Krefeld anfertigen.

Diese sogenannten Dioramen, die nun im Haus der Seidenkultur zu sehen sind, wurden mit Liebe zum Detail aus Pappe, Sperrholz, Stoff und Farbe nach alten Vorbildern gearbeitet. Aufgrund der perspektivischen Darstellungsweise wird der Blick des Betrachters magisch in das jeweilige Geschehen gezogen.

Alle Figuren sind liebevoll gestaltet, die Bauwerke exakt nach Vorlagen aus dem Stadtarchiv nachgebildet. „Die Detailtreue ist frappierend“, stellte Dr. Olaf Richter fest, der als Leiter des Stadtarchivs zugleich die Stadt Krefeld bei der Vernissage vertrat. Und: „Die Ausstellung macht Lust sich mit der Geschichte unserer Stadt zu beschäftigen!“

Durch einen glücklichen Umstand sind diese einzigartigen Exponate nicht in Vergessenheit geraten; das Haus der Seidenkultur (HdS) hat sie quasi vor dem Sperrmüll gerettet und aus der „Versenkung“ geholt, um sie jetzt in der Sonderausstellung „Krefeld in 3 D wie es früher einmal war“ zu zeigen.

Kurator Achim Wahl stand bei der Vorbereitung der Ausstellung sprichwörtlich vor großen Herausforderungen. Immerhin wiegt jedes Diorama mit den Ausmaßen 1,53 Meter breit und 1,58 Meter hoch rund 50 Kilo. Für den Transport aus dem Keller der Hülser Robert-Jungk-Gesamtschule – wo die Exponate zuletzt gelagert waren – hat Wahl eigens einen Laufschlitten entwickelt, den er „Pharao“ nennt.

NEUER BESITZER GESUCHT

Die Exponate sind inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes in die Jahre gekommen und werden eine erneute Lagerung nur schwerlich überstehen. Wahl: „Sie müssen fachgerecht restauriert werden, denn nicht nur die vielen kleinen Puppenköpfe haben in den letzten 58 Jahren schwer gelitten.“ Daher sucht das HdS jetzt jemanden, der die komplette Sammlung übernimmt und instandsetzt. (Mehr dazu in Kürze).

Für den musikalischen Part der Vernissage zeichnete Toma Neill verantwortlich; eine bekannte Bandonion-Spielerin, die das Instrument „Made in Krefeld“ perfekt spielte. Wer das Instrument bislang als „Quetsche vom Niederrhein“ reduzierte, der wurde eines Besseren belehrt. Neill, u.a. Gastmusikerin der Neuen Philharmonie Westfalen, entlockte dem Instrument hochkonzertante Töne. Nicht nur Museumschef Hans-Georg Hauser war begeistert, der das Bandonion „so noch nie erlebt und gehört hat.“
Die Ausstellung ist bis zum 26. April 2020 während der Öffnungszeiten des Museums von mittwochs bis freitags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr zusehen. Wunschtermine für Gruppen können per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerichtet werden.

 

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Krefeld in 3D: Da darf natürlich auch das Kaiser Wilhelm-Museum nicht fehlen.
HdS-Fotos: Brenner

 

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Kurator Achim Wahl (rechts) zusammen mit Stadtarchivleiter Dr. Olaf Richter, der jene Vorlage zeigt, nach der dieses 3D-Bild nachgebaut wurde. Es zeigt den Schwanenmarkt mit Blick auf die Alte Kirche.

Eine tolle Entwicklung: Dort wo einst die Textillandschaft in der Samt- und Seidenstadt blühte lagen über Jahrzehnte die stillgelegten Firmengelände brach. Jetzt entsteht an verschiedenen Stellen in der Stadt wieder neues Leben in den alten Fabrikhallen; wie beispielsweise im Mies van der Rohe Business Park an der Girmesgath 5. In den denkmal-geschützen Gebäuden der Verseidag entstehen neue Büros, in denen Kreativität und Innovation zu Hause sind.

In Kooperation vermitteln wir vom Museum Haus der Seidenkultur (HdS) jetzt auch Führungen auf dem historischen Gelände. Dieses Angebot nutzten nun ehemalige Schüler, die vor 62 Jahren am Fichte-Gymnasium ihr Abitur absolvierten.

Janina Hofius (links) verknüpfte bei der Führung Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der „Verseidag“, die an der Industriestraße nach wie vor produziert. Aber nicht Samt- und Seide, sondern High-Tech-Textilien. So wurden das Olympia-Stadion in Berlin und München mit textilen Dächern aus Krefeld gedeckt; eine spannende Geschichte, die wir im Museum gerne erzählen. Und: warum uns der neue (glasüberdachte) Haltestellenknotenpunkt Ostwall – Rheinstraße im wahrsten Sinne des Wortes spanisch vorkommt.

 

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HdS-Foto: Brenner

„Aldi inspiriert“ heißt die neue Ausgabe der Kundenzeitschrift des Discounters. Auf Seite 46 gibt es eine Rubrik (Besuchs-)Tipps aus der Region. Vier Vorschläge werden gemacht: Angefangen von der modernen Architektur in Düsseldorf bis hin zum Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln.

Tipp Nr. 3 hängt „Am seidenen Faden“. Damit verbunden ist der Hinweis auf das Haus der Seidenkultur, das jetzt auch im Aldi-Prospekt erwähnt wird. Ist es nicht toll, dass ein so relativ kleines Museum einmal mehr so groß in der Öffentlichkeit präsent ist.

Seidenkultur im Aldi-Prospekt
Seidenkultur im Aldi-Prospekt

 

„Krefelder Kulturcocktail“ heißt eine Sendung die Radio „KuFa“ über die Wellen von „Radio Niederrhein“ einmal im Monat ausstrahlt. Eine der jüngsten Ausgaben beschäftigte sich mit dem „Mingei“-Projekt der EU. Unser Pressesprecher Dieter Brenner erklärt, warum die EU in unserem Museum altes Handwerk digitalisiert.

 Foto: HdS

Auch unser Patroneur Dieter Blatt wurde von Gabriele Kremer intervierwt. Auf dem Foto synchronisiert er seine Finger für den PC.

Hört Euch doch den Beitrag einmal an. Der Cocktail enthält zudem tolle Songs. Link anklicken und den Juni-Beitrag abrufen: https://www.kulturfabrik-krefeld.de/radio/kanal/3