Das ist Maryse Gaspard, einst Top-Model von Pierre Cardin. Heute ist sie die Chefdirectrice des französischen Modezaren. Und was trägt die modebewusste Dame von Welt: Natürlich einen Seidenschal aus dem Haus der Seidenkultur (HdS).

Vor drei Jahren kam Gaspard höchst selbst ins HdS, wo in einer Ausstellung daran erinnert wurde, dass vor mittlerweile 53 Jahren in Krefeld der erste Europäische Mode-Oscar, das „Goldene Spinnrad“, an Pierre Cardin verliehen wurde. Die Erkenntnis, dass Mode ins Museum gehört, setzte jetzt auch der „Düsseldorfer Kunstpalast“ um, wo das HdS-Team erneut auf Frau Gaspard traf, die sich mit Freude an die „persönliche Atmosphäre“ der Cardin-Ausstellung in der Samt- und Seidenstadt erinnerte.

In Düsseldorf, wo die Cardin-Ausstellung noch bis zum 5. Januar 2020 zu sehen ist, trug Gaspard übrigens einen Schal mit dem Muster der Gondel. „Zu jedem unserer historischen Muster, die Schals und Krawatten zieren, erhält der Kunde ein Zertifikat aus dem die Bedeutung und Herkunft des Musters hervorgeht“, sagt Museumssprecher Dieter Brenner. Und: „Mit Maryse Gaspard haben wir jetzt einmal mehr eine prominente Botschafterin, die unseren Schal sprichwörtlich rund um die ganze Welt trägt!“

„Wer sich dem Kreis der modischen Botschafter anschließen möchte, der findet dazu im Museum die entsprechenden Dokumente und Argumente“, wirbt Brenner für den Museumsshop, der ab sofort auch rund um die Uhr online geöffnet ist. Da freut sich doch nicht nur der Weihnachtsmann sondern auch Museumschef Hans-Georg Hauser: „Das Weihnachtsgeschäft ist für uns eine wichtige Einnahmequelle, die wir benötigen, um auch künftig weiter einen kulturellen Beitrag für Krefeld leisten zu können“, sagt er.

Wer zum Weihnachtshopping ins Museum kommen möchte hat dazu an den Öffnungstagen Gelegenheit; und zwar von mittwochs bis freitags jeweils von 15 bis 18 und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

 

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Madam Gaspard trug in Düsseldorf einen Schal aus dem Haus der Seidenkultur.
HdS-Foto: Christof Denter

Ermöglicht durch eine Kooperation zwischen Textilmuseum und HdS.

Barbara Köstner hat ein seltenes Interessensgebiet. Sie ist Textilarchäologin. „Meine Spezialität sind Stoffe aus der Antike und dem frühen Mittelalter“, erklärt die Doktorandin von der Universität Bonn. Derzeit arbeitet die Forscherin viel mit den Webern zusammen, die im Haus der Seidenkultur an der Luisenstraße 15 ihr Wissen aus einem langen Berufsleben der Nachwelt weitergeben.

Denn das „Pfotenwissen“ der „alten Hasen“ hilft der Wissenschaftlerin, die Webtechnik der alten Ägypter von vor 2000 Jahren besser zu verstehen.

Eigentlich arbeitet Barbara Köstner meist mit dem Mikroskop. Sie sucht Museen in England, Griechenland, Spanien und anderen Ländern auf, wo ägyptische Fundstücke aus den Jahrhunderten vor Christus lagern. Diese Bruchstücke von antiken Textilien nimmt sie genau unter die Lupe, um mehr über Material, Muster und Webtechnik herauszufinden.

Doch „probieren geht über studieren“. So kam der Gedanke auf, die uralten Stoffstücke auf heutigen Webstühlen nachzuproduzieren. Beim praktischen Tun können ihnen weitere Geheimnisse entlockt werden.

Dr. Annette Schieck, Direktorin des Deutschen Textilmuseums in Krefeld-Linn, empfahl der jungen Kollegin das Krefelder Haus der Seidenkultur. Stehen hier doch Webstühle bereit und vor allem erfahrene Praktiker, die das Weben von der Pike auf gelernt haben.

Barbara Köstner nahm die Anregung gerne auf. Und so entwickeln die Doktorandin und die Weber seit dem Sommer ein Programm zum „Nachweben“ alter Stoffe.

Im nächsten September bieten sie für Restauratoren, Wissenschaftler, Künstler und Handweber einen entsprechenden Workshop an. Und zwar in deutscher und englischer Sprache. Denn die Interessenten kommen aus aller Herren Länder. „Der erste Workshop ist bereits ausgebucht“, freut sich Barbara Köster über die überwältigende Resonanz.

Kein Wunder. Eine solche Verzahnung von Wissenschaft und praktischer Handhabung bezüglich antiker Stoffe dürfte in Europa einmalig sein. Sie ist nur möglich durch die freundliche Zusammenarbeit von Linner Textilmuseum und dem Haus der Seidenkultur im Herzen der City. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal für Krefeld“, betont Dr. Annette Schieck.

Finanziert wird das Projekt durch die Kulturstiftung der Krefelder Sparkasse. „Wir sponsern es mit 24.000 Euro“, bestätigt Sparkassen-Vorstand Lothar Birnbrich.

Aber auch die Krefelder Bürger können das Projekt fördern: „Für den Workshop suchen wir noch Webstühle“, bittet Hansgeorg Hauser, Vorständler des Hauses der Seidenkultur. „Wer noch einen kompakten Tisch- oder Musterwebstuhl mit 12 oder mehr Schäften zu Hause hat, möge sich bitte melden.“

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Am Webstuhl: Textilarchäologin Barbara Köstner arbeitet mit den versierten Webern (v.l.) Dieter Blatt, Manfred Weisters und Christian Beckers zusammen, um antike Stoffe nachzuweben und diesen ihre Geheimnisse zu entlocken. Foto: Ernst Müller, Stadt-Spiegel

Zur festlichen Dekorierung der Schaufenster des Erweiterungsbaus am Neumarkt während der Adventszeit 1961 ließ die Krefelder Filiale der Kaufhof AG von Mitarbeitern ihrer Abteilung für Schaufensterdekoration 14 dreidimensionale Großbilder mit Straßenszenen aus Alt-Krefeld anfertigen.

Diese sogenannten Dioramen, die nun im Haus der Seidenkultur zu sehen sind, wurden mit Liebe zum Detail aus Pappe, Sperrholz, Stoff und Farbe nach alten Vorbildern gearbeitet. Aufgrund der perspektivischen Darstellungsweise wird der Blick des Betrachters magisch in das jeweilige Geschehen gezogen.

Alle Figuren sind liebevoll gestaltet, die Bauwerke exakt nach Vorlagen aus dem Stadtarchiv nachgebildet. „Die Detailtreue ist frappierend“, stellte Dr. Olaf Richter fest, der als Leiter des Stadtarchivs zugleich die Stadt Krefeld bei der Vernissage vertrat. Und: „Die Ausstellung macht Lust sich mit der Geschichte unserer Stadt zu beschäftigen!“

Durch einen glücklichen Umstand sind diese einzigartigen Exponate nicht in Vergessenheit geraten; das Haus der Seidenkultur (HdS) hat sie quasi vor dem Sperrmüll gerettet und aus der „Versenkung“ geholt, um sie jetzt in der Sonderausstellung „Krefeld in 3 D wie es früher einmal war“ zu zeigen.

Kurator Achim Wahl stand bei der Vorbereitung der Ausstellung sprichwörtlich vor großen Herausforderungen. Immerhin wiegt jedes Diorama mit den Ausmaßen 1,53 Meter breit und 1,58 Meter hoch rund 50 Kilo. Für den Transport aus dem Keller der Hülser Robert-Jungk-Gesamtschule – wo die Exponate zuletzt gelagert waren – hat Wahl eigens einen Laufschlitten entwickelt, den er „Pharao“ nennt.

NEUER BESITZER GESUCHT

Die Exponate sind inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes in die Jahre gekommen und werden eine erneute Lagerung nur schwerlich überstehen. Wahl: „Sie müssen fachgerecht restauriert werden, denn nicht nur die vielen kleinen Puppenköpfe haben in den letzten 58 Jahren schwer gelitten.“ Daher sucht das HdS jetzt jemanden, der die komplette Sammlung übernimmt und instandsetzt. (Mehr dazu in Kürze).

Für den musikalischen Part der Vernissage zeichnete Toma Neill verantwortlich; eine bekannte Bandonion-Spielerin, die das Instrument „Made in Krefeld“ perfekt spielte. Wer das Instrument bislang als „Quetsche vom Niederrhein“ reduzierte, der wurde eines Besseren belehrt. Neill, u.a. Gastmusikerin der Neuen Philharmonie Westfalen, entlockte dem Instrument hochkonzertante Töne. Nicht nur Museumschef Hans-Georg Hauser war begeistert, der das Bandonion „so noch nie erlebt und gehört hat.“
Die Ausstellung ist bis zum 26. April 2020 während der Öffnungszeiten des Museums von mittwochs bis freitags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr zusehen. Wunschtermine für Gruppen können per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerichtet werden.

 

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Krefeld in 3D: Da darf natürlich auch das Kaiser Wilhelm-Museum nicht fehlen.
HdS-Fotos: Brenner

 

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Kurator Achim Wahl (rechts) zusammen mit Stadtarchivleiter Dr. Olaf Richter, der jene Vorlage zeigt, nach der dieses 3D-Bild nachgebaut wurde. Es zeigt den Schwanenmarkt mit Blick auf die Alte Kirche.

Eine tolle Entwicklung: Dort wo einst die Textillandschaft in der Samt- und Seidenstadt blühte lagen über Jahrzehnte die stillgelegten Firmengelände brach. Jetzt entsteht an verschiedenen Stellen in der Stadt wieder neues Leben in den alten Fabrikhallen; wie beispielsweise im Mies van der Rohe Business Park an der Girmesgath 5. In den denkmal-geschützen Gebäuden der Verseidag entstehen neue Büros, in denen Kreativität und Innovation zu Hause sind.

In Kooperation vermitteln wir vom Museum Haus der Seidenkultur (HdS) jetzt auch Führungen auf dem historischen Gelände. Dieses Angebot nutzten nun ehemalige Schüler, die vor 62 Jahren am Fichte-Gymnasium ihr Abitur absolvierten.

Janina Hofius (links) verknüpfte bei der Führung Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der „Verseidag“, die an der Industriestraße nach wie vor produziert. Aber nicht Samt- und Seide, sondern High-Tech-Textilien. So wurden das Olympia-Stadion in Berlin und München mit textilen Dächern aus Krefeld gedeckt; eine spannende Geschichte, die wir im Museum gerne erzählen. Und: warum uns der neue (glasüberdachte) Haltestellenknotenpunkt Ostwall – Rheinstraße im wahrsten Sinne des Wortes spanisch vorkommt.

 

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HdS-Foto: Brenner

„Aldi inspiriert“ heißt die neue Ausgabe der Kundenzeitschrift des Discounters. Auf Seite 46 gibt es eine Rubrik (Besuchs-)Tipps aus der Region. Vier Vorschläge werden gemacht: Angefangen von der modernen Architektur in Düsseldorf bis hin zum Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln.

Tipp Nr. 3 hängt „Am seidenen Faden“. Damit verbunden ist der Hinweis auf das Haus der Seidenkultur, das jetzt auch im Aldi-Prospekt erwähnt wird. Ist es nicht toll, dass ein so relativ kleines Museum einmal mehr so groß in der Öffentlichkeit präsent ist.

Seidenkultur im Aldi-Prospekt
Seidenkultur im Aldi-Prospekt

 

„Krefelder Kulturcocktail“ heißt eine Sendung die Radio „KuFa“ über die Wellen von „Radio Niederrhein“ einmal im Monat ausstrahlt. Eine der jüngsten Ausgaben beschäftigte sich mit dem „Mingei“-Projekt der EU. Unser Pressesprecher Dieter Brenner erklärt, warum die EU in unserem Museum altes Handwerk digitalisiert.

 Foto: HdS

Auch unser Patroneur Dieter Blatt wurde von Gabriele Kremer intervierwt. Auf dem Foto synchronisiert er seine Finger für den PC.

Hört Euch doch den Beitrag einmal an. Der Cocktail enthält zudem tolle Songs. Link anklicken und den Juni-Beitrag abrufen: https://www.kulturfabrik-krefeld.de/radio/kanal/3

Seide, der Stoff aus dem die Träume sind. Im Museumsshop halten wir ein großes Angebot an Seide „Made in Krefeld bereit“. Jetzt zum Bauhaus-Jubiläum haben wir etwas was ganz besonderes: Ein Schal oder Tuch den Prof. Annette Pöllmann für unser Museum in einer limitierten Auflage von jeweils 200 Stück kreiert hat.

Darüber haben wir einen Film gedreht, der jetzt bei You Tube zu sehen ist. Klicken Sie den Link auf unserer Internetseite an https://seidenkultur.de/shop/schal und Sie erfahren mehr. Übrigens: Wenn Sie bei You Tube „Haus der Seidenkultur“ eingeben kommen zahlreiche Beiträge über unser Haus.

Bei der Produktion der Filme unterstützt uns der Foto-Film-Club Bayer Uerdingen. Am Mittwoch, 16. Oktober, 19 Uhr, sich der Verein im Rahmen der "Samt- und Seidenrunde" vor und zeigt einige seiner Filme, die in unserer Region gedreht wurden.

 Hier ein Damen Seiden-Satin-Schal mit handgerollten Säumen, gedruckt, 45x180 cm, "Bauhaus". Ein ganz besonderes Geschenk.

 

Foto: HdS

 

Das Haus der Seidenkultur lädt dazu ein, Krefeld aus neuen Perspektiven zu entdecken

Man muss in der Ferienzeit nicht unbedingt in die Ferne schweifen, „denn das Gute liegt so nah“, wirbt Dieter Brenner vom Haus der Seidenkultur (HdS): „...Krefeld einmal aus völlig anderen Perspektive zu entdecken.“

Beispielsweise beim zweistündigen „Stadtspaziergang auf seidenen Pfaden“. Der beginnt am Hauptbahnhof und führt über den grünen Mittelstreifen des Ostwalls zunächst bis zum „Meister Ponzelar“. „Die wenigsten Krefelder sind jemals zu Fuß über den Mittelteil ihrer ‚Kö‘ gegangen“ hat Brenner festgestellt. „Wir kennen die Häuser rechts und links des Ostwalls eigentlich nur aus der Perspektive unserer Autos“, heißt es nicht selten von den Teilnehmern. Sie erfahren, dass die vier Wälle im Rahmen der 6. Stadterweiterung von 1830 bis 1840 vom Münsteraner Architekten Adolph von Vagedes angelegt wurden. Das „Meister Ponzelar“ auf seinem Rücken keinen Liegestuhl sondern einen Warenbaum gehalftert hat, wird am Weberdenkmal verraten, das 1910 vom Krefelder Verschönerungsverein aufgestellt wurde. Beim Warenbaum handelt es sich um jene Rolle, die sich am Webstuhl vor dem Weber mit dem gewebten Textil aufrollt. Damit hat der Heimweber regelmäßig seinen Chef aufgesucht, in der Hoffnung, nach Abgabe der Ware einen neuen Auftrag zu bekommen.

Ursprünglich stand das lebensgroße Bronzestandbild an der Einmündung der Lindenstraße in die Hochstraße. Während des Krieges wurde das Denkmal eingeschmolzen und 1945 in der erhaltenen Gußform neu gegossen und am heutigen Standort - Südwall Ecke Ostwall - platziert. Auf dem Sockel des Monuments ist ein typischer Heimweber dargestellt, der einst mit seinem Spuljungen in den Zweifensterhäusern arbeitete. „Die Architektur in der Textilstadt bemaß sich anhand der Fensteranordnung in der ersten Etage“, erklärt Brenner, der auf dem Südwall in Höhe des Westwalls auf ein Zehnfensterhaus eingeht, das 1848 von der bekannten italienischen Seidenweberfamilie Casaretto gebaut wurde. Die Familie aus Genua produzierte auf ihrem Gelände für die katholische Kirche sakrale Textilien, die Paramente genannt werden. Das emsige Tun der Casarettos motivierte Hubert Gotzes 1908 an der Luisenstraße 15 eine kleine Weberei zu kaufen um dort ebenfalls mit der Produktion von Priestergewändern zu beginnen. Durch einen glücklichen Umstand wurde diese Paramentenweberei – das heutige HdS - einst weltbekannt. Selbst der Vatikan liebäugelte mit der Krefelder Produktionsstätte von Hubertz Gotzes. „Das ist eine der spannenden Geschichten, die wir unseren Besuchern während der zweistündigen Führungen durch das Vierfensterhaus  vermitteln,“ sagt Brenner.

Und : „Über den Besuch des Museums hinaus bieten wir touristische Krefeld-Komplettpakete für Klassentreffen, Firmenjubiläen, Geburtstage oder andere Anlässe   an". Der „Stadtspaziergang auf seidenen Pfaden“ sei nur ein Programmpunkt eines vielfältigen Angebotes, aus dem ein Krefeld-Tag oder ein ganzes Erlebniswochenende nach Kundenwunsch zusammengestellt werden kann.

So bietet sich eine Fahrt mit dem „Blauen Enzian“ an. „Die Straßenbahn aus Zeiten Kaiser Wilhelms fährt uns über Umwegen nach Uerdingen, wo wir nach einem Spaziergang über den neuen Rheindeich die Dujardin-Weinbrennerei ansteuern und nach der Führung in der ‚Alten Küferei‘ dinieren können“, schwärmt Brenner von einer Tour, die unlängst für den Krefelder Lions-Club organisiert wurde.

Ganz wichtig ist für den Stadtführer „bei den Touristik-Angeboten die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Samt- und Seidenstadt miteinander zu verknüpfen.“ Daher: „Wer erfahren möchte, wie es dazu kam, das aus einem einfachen Krähenfeld – daher leitet sich der Name Krefeld ab – im Land der Preußen die reichste Stadt wurde, der sollte sich per Mail mit dem Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! in Verbindung setzen. Infos gibt es auch per Telefon unter 02151-9345355    

 

 

 

Wer den „Stadtspaziergang auf seidenen Pfaden“ komprimiert in knapp 20 Minuten erleben möchte, für den bietet sich ein Film an, den das Haus der Seidenkultur unlängst gedreht hat. Dafür stieg „Meister Ponzelar“ (Klaus Drenk) eigens von seinem Denkmal. Seinem Spuljungen Elias zeigt er geschichtsträchtige Stellen in der Stadt; Orte, an denen viele Passanten achtlos vorübergehen. Drehbuchautor und Stadtführer ist Dieter Brenner. Der Film wird für 15 € im Museum als DVD angeboten.                                                                           

Foto: HdS-Archiv

 

Ostwall

Am Hauptbahnhof beginnt der grüne Mittelteil des Ostwalls.    

Hauptbahnhof

Der Krefelder Hauptbahnhof: Ein imposantes Gebäude, 114 m breit mit einem 48 m großen Uhrenturm. Einst hielt hier aus Klagenfurt kommend der Austria-Express.

Hds-Fotos (2): Brenner

Nicht wenige Firmen lassen sich regelmäßig mit Krawatten und Seidenschals vom HdS ausstaffieren. So auch die Firma TROX aus Neukirchen-Vluyn, die für die Frankfurter Fachmesse ISH mit ihren Mitarbeitern ein einheitliches Bild abgeben wollte. Die ISH ist die weltweit führende Messe und internationaler Branchentreffpunkt für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und Energie in Gebäuden. Sie setzt Trends für modernes Baddesign, nachhaltige Heizungs- und Klimatechnik und intelligentes Wohnen.

Museumschef Hansgeorg Hauser hat den Kontakt zur Firma TROX geknüpft. „Das gesamte TROX-Messeteam haben wir mit Seidentüchern und Krawatten ausgestattet, die eigens in Krefeld gemustert, gewebt und konfektioniert wurden“, sagt Hauser stolz. Die Firma TROX ist führend in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Komponenten, Geräten und Systemen zur Belüftung und Klimatisierung von Räumen.

 

TROX Team


Foto: TROX-GmbH

Unsere Patchwork-Röllchen erfreuen sich im Museumsshop großer Beliebtheit. „Wir kommen mit der Produktion kaum nach“, sagt Ingrid Cemin, die in der Riege der Ehrenamtler für die Resteverwertung der Krawattenstoffe verantwortlich zeichnet. Keine Krawatte sondern eine tolle Tasche hat eine Kundin aus Wuppertal aus unseren Röllchen gemacht, die für 1,50 € im Haus der Seidenkultur wirklich ein Schnäppchen sind. „So kann man für kleines Geld große schöne Sachen machen“, freut sich Cemin über den Ideenreichtum. Der Patchwork-Kreativität sind somit keine Grenzen gesetzt. Was haben Sie aus unseren Stoffen gemacht? Schicken Sie ein Foto per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Mit Ihrer Einverständniserklärung posten wir das Foto auf unseren Internetplattformen.

 

Kleine Pachtwork Roellchen


HdS-Foto: Privat

Durch einen glücklichen Umstand wurde das Haus der Seidenkultur (HdS) als einziges Museum in Europa in ein EU-Projekt aufgenommen, das sich der Darstellung und Bewahrung ehemaliger Handwerke auf die Fahnen geschrieben hat.

„Mingei“ heißt die Studie, die die Erkenntnisse im HdS digitalisieren möchte. Daran arbeiten neun Teilnehmer aus sieben europäischen Ländern. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms „Horizon“ finanziert.

Nach einem ersten Austausch in Griechenland tagte im April eine 17köpfige EU-Delegation im HdS, wo mit der Digitalisierung alten Handwerks begonnen wurde. Patroneur Dieter Blatt schlüpfte dazu in einen 30000 Euro teuren mit Technik vollgestopften Anzug, der seine Bewegungen als Musterzeichner, Patroneur, Kartenschläger und Abläufen im Websaal in den Computer übertrug.

„So wird altes Handwerk auch in den nächsten Jahren noch lebendig bleiben“, sagt HdS-Sprecher Dieter Brenner. Und Museumschef Hansgeorg Hauser fügt hinzu: „Dieses Projekt ist eine Bereicherung unserer Arbeit und eine einmalige Sache in der  historisch wichtige Berufe für zukünftige Generationen bewahrt werden“. Dies drückt das japanische Wort „Mingei“ aus, was übersetzt so viel wie „Kunst von Menschen für Menschen“ bedeutet.

Ein „Stadtspaziergang auf seidenen Pfaden“, der Besuch eines nostalgischen Brauhauses und der Dujardin-Weinbrennerei gehörte mit zu dem Besuchsprogramm, das vom HdS für die EU-Gäste organisiert wurde, die in Englisch miteinander kommunizierten. Damit sich auch alle sprichwörtlich verstanden, leistete HdS-Übersetzerin Cynthia Beißwenger wertvolle Dienste. „Wir haben uns in Krefeld sehr wohl gefühlt“, bilanziert EU-Sprecher Xenophon Zabulis erkenntnisreiche Tage in der Samt- und Seidenstadt.

 

Dieses Ereignis feierte der erste Vorsitzende des Museums-Fördervereins vom Haus der Seidenkultur (HdS) mit über 100 Mitstreitern, die in der einstigen Paramentenweberei Hubert Gotzes an der Luisenstraße 15 nach wie vor „die Fahne für Krefeld hochhalten“, wie Hauser in seinen Grußworten an die ehrenamtlichen Kräfte sagte. Das Geschenk des HdS-Teams war ein Scheck über eintausend Euro. „Damit soll sich unser Chef mit seiner Ehefrau Ursula (rechts im Bild) ein individuelles kulturelles Ereignis gönnen“, meinte HdS-Vorstandsmitglied Ilka Neumann (links).      

 

Hauser wurde 80


HdS-Foto: Brenner

Eine elfköpfige Delegation von Seidenexperten aus Usbekistan besuchte (am Montag, 11. März) die Samt- und Seidenstadt, um sich hier über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Textilstadt zu informieren. „Da war das Haus der Seidenkultur (HdS) die richtige Adresse, um für uns einen kompletten Krefeld-Tag zu organisieren“, sagt Frank Wältring, der für die Agentur „Mesopartner“ die ausländischen Gäste auf Ihrer mehrtägigen Tour durch Deutschland betreute.

Die Teilnehmer des  Verbandes  „UZBEKIPAKSANOAT“ repräsentieren mit Unterstützung der usbekischen Regierung die Unternehmen der Seidenproduktion in Usbekistan. Ziel der Reise war die Erkundung des deutschen Marktes, Austausch mit relevanten Akteuren aus dem Seidensektor, Einblicke in moderne, ressourcenschonende Produktionsprozesse und Methoden der Datenverarbeitung in der Textilproduktion und – Verarbeitung.

Die Zukunft der Textilstadt war beim Besuch des Nachfolgebetriebes der Verseidag, „Indutex“, angesagt. Im einst größten Textilbetrieb der Seidenstadt werden heute Hightech-Textilien hergestellt.„Die Dächer der Olympiastadien in Berlin und München werden von textilen Strukturen getragen, die in Krefeld entwickelt und ausgeführt werden“, informierte der Technische Leiter des Unternehmens, Jürgen Nitsche, die weitgereisten Gäste. Produziert wird an der Industriestraße auf einem Gelände, das deutlich die Handschrift des deutschen Bauhausarchitekten Mies van der Rohe trägt.

Ob sich die Verseidag auch Usbekistan als einen Produktionsstandort vorstellen könne, war die Frage der Gäste aus Asien. Darauf Nitsche: „Wir haben das zwar noch nicht auf dem Schirm, aber man soll nie sagen nie...!“ Nach einem Mittagessen im nostalgischen Brauhaus „Wienges“ stand der Besuch im HdS auf dem Programm. Die Besucher waren von dem einzig in Europa an authentischer Stätte erhaltenem Jacquard-Handwebsaal sehr angetan. „Hier sieht man förmlich die Wurzeln der Textilstadt“, hieß es.

Dem Besuch im Museum folgte eine Stadtrundfahrt auf „Seidenen Pfaden“. HdS-Sprecher Dieter Brenner agierte als Stadtführer und zeigte live und in Farbe die vielseitigen Facetten der Stadt.  „Krefeld ist groß und sehr grün“, fiel den Gästen auf der Tour auf, die einen kontrastreichen Tag in der Samt- und Seidenstadt erlebten.

Das gesamte Besuchsprojekt wurde von der GIZ – der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit – begleitet. 

Usbekistan 1

 

Bildtext:Die Delegation aus Usbekistan im Foyer der Verseidag. Einblicke in das Unternehmen gab Jürgen Nitsche (3. von rechts). Mit dabei zwei Vertreter vom Haus der Seidenkultur, wo der Krefeld-Tag für die ausländischen Gäste entwickelt und ausgeführt wurde.                                             

Foto: HdS

Ex-US-Präsident Barack Obama hat bereits in seinem Fundus Krawatten aus der Samt- und Seidenstadt Krefeld; und jetzt darf auch unser Bundespräsident Frank Walter Steinmeier eine Krawatte und einen Seidenschal aus der Textilstadt sein Eigen nennen. Beide Präsente – so berichtet die Rheinische Post - stammen aus dem Haus der Seidenkultur (HdS), dem Museum an der Luisenstraße 15.

Überreicht bekam der erste Mann des Staates die edlen Seidenprodukte bei seinem jüngsten Besuch in Krefeld, nachdem er sich im Rathaus ins Goldene Buch eintrug. Der Start seines Wettbewerbes „Demokratie ganz nah“ war einer der Gründe für Steinmeier Krefeld zu besuchen. Zudem war es ihm ein Anliegen im Jubiläumsjahr des Bauhauses, das vor 100 Jahren in Weimar gegründet wurde, einen Abstecher in die Samt- und Seidenstadt zu unternehmen. Schließlich hat der bekannte Bauhausarchitekt Mies van der Rohe in Krefeld eine Vielzahl seiner Bauobjekte erstellt. Unser Foto zeigt von rechts nach links Bundespräsident Steinmeier mit seiner Gattin Elke Büdenbender. In der Mitte der Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer nebst Ehefrau Katrin Meyer-Eberhardt und Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft.

 

Bundespraesident Steinmeier in Krefeld


RP-Foto: Thomas Lammertz