Hoher Besuch im Haus der Seidenkultur: Mit Ulrike Lubek besuchte uns die Präsidentin des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) zusammen mit ihrer persönlichen Referentin Carmen Heyner. Eigentlich war nur eine kurze Stippvisite geplant, doch die LVR-Chefin zeigte sich von unserem Museum sehr angetan. Besonders der nostalgische Websaal hatte ihr Interesse geweckt, wo Webmeister Manfred Weisters den alten Webstühlen ein gekonntes „Schipp-Schapp“ entlockte.

Für Lubek ist unsere Einrichtung dann auch ein „Juwel in Krefeld“, wie Sie mit einem „großen Dankeschön für die exklusive Führung“ in unser Gästebuch eintrug. Darüber freute sich natürlich auch unser Museumschef Hansgeorg Hauser, der vor wenigen Wochen vom LVR den begehrten „Rheinlandtaler“ verliehen bekam.

Der LVR erfüllt rheinlandweit als Kommunalverband mit rund 20.000 Beschäftigten, Aufgaben in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und der Kultur. Er ist der größte Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen in Deutschland und betreibt 41 Schulen, zehn Kliniken, 20 Museen und Kultureinrichtungen, vier Jugendhilfeeinrichtungen, das Landesjugendamt sowie den Verbund Heilpädagogischer Hilfen. Mehr Infos über den LVR gibt es hier https://www.lvr.de

Workshop zur technischen Analyse und praktischen Umsetzung der Schusskompositgewebe Taqueté und Samit

Erfühlen, erfahren, erfassen und erlernen sind zentrale Aspekte, wenn man Textilien und ihre Konstruktion begreifen möchte, gerade wenn es sich um antike bzw. historische, archäologische Funde handelt.

Im Projekt “Antiker Seidenglanz – neu erschaffen” haben Experten aus dem Deutschen Textilmuseum Krefeld und dem Haus der Seidenkultur Krefeld gemeinsam einen besonderen Workshop entwickelt, in dem diese komplexen Bindungsarten nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch ganz praktisch selbst erschaffen werden.

Lernen Sie unter fachkundiger Anleitung die Welt von zwei komplexen Gewebearten, Taqueté und Samit, kennen! Diese beiden besonderen Bindungsarten ermöglichen vielfarbige gemusterte Gewebe mit einem mechanisch wiederholten Muster. Faszinierende Archäologische Textilien aus dem ersten Jahrtausend nach Christus zeigen die variantenreiche Anwendung dieser Techniken in Wolle und Seide.

Folgende Kursinhalte erwarten Sie:

  • Analyse von Schusskompositbindungen durch visuelle Dekomposition,

  • Bestimmen der Struktur von Leinwand-Schusskompositbindung (Taqueté) und Köper-Schusskompositbindung (Samit),

  • Sichere Anwendung des international gängigen Vokabulars der CIETA für diese Bindungsarten,

  • Vertiefen des Wissens anhand originaler Objekte in der Sammlung des Deutschen Textilmuseum Krefeld aus Wolle und Seide (4.–8. Jh. n. Chr.),

  • Praktische Anwendung im Haus der Seidenkultur Krefeld:
    Sie weben Musterstücke verschiedener Schusskompositbindungen an einfachen Handwebstühlen selbst nach. Dabei verwenden Sie Baumwoll- und Wollgarne, aber auch feines Seidengarn. Neben modernen Mustern werden antike Vorbilder nachgewebt. Ihre handgewebten Werkstücke nehmen Sie als Anschauungsobjekte mit nach Hause.

  • Spurensuche an den Originalen und selbst gewebten Beispielen: Webfehler und Unregelmäßigkeiten erkennen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Termine:
19.–23.9.2022 (deutschsprachiger Kurs)
26.–30.9.2022 (englischsprachiger Kurs)

Kurszeiten:
Mo–Do 9–17 Uhr, Fr 9–15 Uhr

Kosten:
635,- € pro Teilnehmer (maximal 8 Teilnehmer pro Kurs)

Im Preis enthalten sind 31 Kursstunden, eine Kaffee-/Teepause am Nachmittag, Verbrauchsmaterial für mehrere kleine Werkstücke sowie ein umfangreiches Handout. Ebenfalls enthalten ist ein optionales Vorprogramm mit Führungen im Haus der Seidenkultur und dem Deutschen Textilmuseum Krefeld am Vortag des Kursbeginns (Sonntag 18.9.2022 für den deutschsprachigen Kurs; Sonntag 25.9.2022 für den englischsprachigen Kurs).

Kursort:
Haus der Seidenkultur Krefeld, Luisenstraße 15, D-47799 Krefeld
Exkursionen zum Deutschen Textilmuseum Krefeld, Andreasmarkt 8, D-47809 Krefeld

Kursleitung: Barbara Thomas M.A.

Voraussetzungen: Die Grundbindungsarten (Leinwand & Köperbindung) sollten geläufig sein. Erfahrung im Weben an Handwebstühlen ist wünschenswert, aber nicht erforderlich.

Anmeldung, Beratung und Informationen erhalten Sie, wenn Sie eine E-Mail schreiben an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bei dem Workshop handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des Haus der Seidenkultur Krefeld und des Deutschen Textilmuseum Krefeld. Ausgerichtet wird der Workshop vom Haus der Seidenkultur.

               

Altes Textilhandwerk lebendig in Szene zu setzen, diese Vorgabe hat unser Team vom Haus der Seidenkultur einmal mehr beim Flachsmarkt perfekt umgesetzt. Nach zweijähriger Corona-Zwangspause waren alle Akteure besonders motiviert. So blieb das positive Echo der Besucher nicht aus, die in der nostalgischen Spinnstube unseren Weberinnen und einem Patroneur live und in Farbe bei ihren nicht alltäglich zu sehenden Tätigkeiten über die Schultern blicken konnten.

Ebenso Publikumswirksam war unser Beitrag im Burghof, wo wir die Wegstrecke von der Seidenraupe bis zum Seidenfaden aufgebaut hatten. Das abrollen des Seidenfadens vom Kokon – Haspeln genannt – war einer der Hingucker für die staunenden Besucher.

Zu unseren Highlights gehörte hier unser Flachsmarkt-Quiz. Inzwischen ist das Rätsel gelöst: Genau 1155 (Glas-)Perlen schimmerten in einem Gefäß, das wir während des Flachsmarktes drei Tage an unserem Stand im Linner Burghof aufgestellt hatten. Unter den rund 500 Besuchern, die sich an unserem Quiz beteiligten, war auch Christoph Buysch aus Krefeld, der mit seiner Schätzung – 1158 Perlen – nur drei Perlen übers Ziel „hinausschoss“, aber damit der Lösung am nächsten kam.

Seide aus Krefeld hatten Marlies Schumacher-Kemme (links) und Ilka Neumann im Flachsmarkt-Angebot.

Als Hauptgewinner unserer Aktion kann er jetzt eine Gruppe von 15 Personen zusammenstellen und unser Museum zum Wunschtermin besuchen, wo er mit einem Sektempfang begrüßt und exklusiv durch die ehemalige Paramentenweberei geführt wird.

Ebenfalls nur knapp daneben lag Bärbel Paashaus, die 1150 Perlen gezählt und damit den 2. Preis gewonnen hat. Mit 14 Personen ihrer Wahl laden wir die Krefelderin jetzt zu einem „Stadtspaziergang auf seidenen Pfaden ein.“ Der dritte Preis geht an Sebastian Feldhaus aus Moers, der mit der Post zwei Freikarten für den Besuch unseres Museums geschickt bekommt. Er hat die Zahl von 1143 aufgeschrieben.

Die Palette der Schätzungen reichte von 100 bis 20.000 Perlen, die Nadja F. aus Neuss vermutete. Clever wollte ein Teilnehmer sein, der als Antwort „500 bis 600 Perlen“ auf dem Lösungs-Coupon eintrug. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern der Aktion, die wir in Anlehnung an unsere aktuelle Ausstellung „Schillernde Perlen am seidenen Faden“ durchführten.

Ein besonderer Dank geht an Ina Waßer, die uns vom Perlen Groß- und Einzelhandel „Perlina-Krefeld“ bei der Umsetzung der Aktion unterstützte. Noch bis zum 11. Dezember ist die Ausstellung – die sich der (Textil-)Kunst der Perlenstickerei widmet – bei uns im Haus der Seidenkultur zu sehen.

Hilfestellung am Kinderwebstuhl leisteten Timo (links) und Elias, die Jüngsten im Team vom Haus der Seidenkultur.

Unser Patroneur Dieter Blatt erklärte die Vorstufen des Webens, wo Musterzeichner, Patroneur und Kartenschläger einst gefragt waren.

Unser Museumschef Hansgeorg Hauser wurde in einer eindrucksvoll-festlichen Veranstaltung „als Mäzen der Krefelder Kultur“ mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. „Hansgeorg Hauser ist ein Macher mit Moderator-Qualitäten“, titelt die Westdeutsche Zeitung (WZ) und schreibt: „Hauser ist ein Teamplayer, der Netzwerke schmieden kann; früher im Beruf und bis heute für die Kunst. Zudem mag der Leiter vom Haus der Seidenkultur Privatinitiativen, die Wertvolles erhalten. Deshalb wünschte er sich für seine Ehrung, das Uerdinger Klärwerk als Austragungsort.“

Und dorthin kam mit LVR-Direktorin Ulrike Lubek und der stellvertretenden Vorsitzenden Karin Schmitt-Promny (Foto) die Spitze des Landschaftsverbandes Rheinland höchst Selbst. Rund 130 Gäste feierten mit Hauser das festliche Ereignis, das Stephan Langenberg mit seinem Bandoneon musikalisch umrahmte. „Einem Krefelder Instrument, das weltweit – nicht zuletzt durch den Tango in Argentinien – bekannt wurde,“ wie der Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer in seinen Grußworten feststellte.

Für den lukullischen Part sorgten die Absolventen und Absolventinnen des Fachbereichs Ernährung des Berufskolleg Vera Beckers. In dieser rundum gelungenen Veranstaltung meinte Hauser (83) auch dann: „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, die ich stellvertretend für alle entgegennehme!“ Wer in diese hochkarätige Veranstaltung im wahrsten Sinne des Wortes reinhören möchte, in unserem Podcast – hier unter der Rubrik Aktuelles/Podcast – ist das möglich.

Mehr Fotos über dieses festliche Event gibt es unter folgender Internetadresse https://eventfotos.lvr.de/rheinlandtaler_Hauser

 

Aus der Chefetage des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) – er vergibt die Auszeichnung – kam Karin Schmitt-Promny ins Krefelder Klärwerk, wo Hansgeorg Hauser den Rheinlandtaler verliehen bekam.  HdS-Foto: Christian van Doorn

Wie angekündigt ist sie jetzt da: Die überarbeitete Aufzeichnung der Live-Übertragung unserer Vernissage „Schillernde Perlen am seidenen Faden“. Zu den schönen Bildern liefern wir jetzt auch einen guten Ton. Ein Klick auf den Button und schon sind Sie im lebendigen Ausstellungs-Geschehen mit dabei. Viel Spaß und gute Unterhaltung wünscht das Team vom Haus der Seidenkultur.

Die Aufzeichnung der Vernissage ist hier auf unserem Youtube-Kanal zu sehen.

„Schillernde Perlen am seidenen Faden“ heißt die neue Ausstellung im Haus der Seidenkultur. Gezeigt werden Perlenstickereien von Margarete Schumacher (1916-2018), die Zeit ihres Lebens künstlerisch-kreativ tätig war, ohne jemals eine entsprechende Ausbildung durchlaufen zu haben.

Als Autodidaktin entwickelte sie die Perlenstickerei zu einer hohen Kunst. Ohne Vorlage und Vorzeichnung setzte die Künstlerin Tausende kleinster Glasperlchen malerisch für ihre Arbeiten ein und bildete atmosphärische Augenblicke abstrahiert in ihren Farb- und Licht-Nuancierungen ab.

Die Vernissage der von Dr. Ulrike Denter kuratierten Ausstellung wird kommenden Sonntag, 08. Mai, ab 11 Uhr im Internet live übertragen. Mit dabei Prof. Annette Pöllmann, die die private Seite ihrer verstorbenen Schwester beleuchtet. Pöllmann selbst hat sich als Bauhaus-Künstlerin einen Namen gemacht.

Warum es kaum Literatur über die Kunst der Perlenstickerei gibt, begründet Kunsthistorikerin Dr. Rita Mielke damit, dass die Geschichte der Perlen über Jahrtausende hinweg eine immense Bedeutung hatte, in der jüngeren Zeit jedoch zu einem speziellen Thema wurde, das abseits des Main-Streams liegt. Mielke selbst darf mittlerweile zu den wenigen Expertinnen gezählt werden, die sich dieser textilen Kunstgeschichte gewidmet haben. Ihre spannenden Erkenntnisse werden in Form eines Interviews in die Übertragung eingeblendet.

Den musikalischen Rahmen der Vernissage gestaltet der Gitarrist Christian Winter, Dozent an der Musikschule der Stadt Neuss. Die Ausstellung ist bis zum 11. Dezember 2022 im Museum an der Luisenstraße 15 zu sehen. Und zwar während der Öffnungszeiten von mittwochs bis freitags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr. Führungen zum Wunschtermin können unter Telefon 02151-9345355 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gebucht werden.

Mehr Infos in Kürze auf www.seidenkultur.de sowie auf unseren Plattformen bei Facebook und Instagram.

Bereits 2020 bekamen wir vom Haus der Seidenkultur den Heimatpreis der Stadt Krefeld zugesprochen. Jetzt fand die festliche Preisverleihung im historischen Ratssaal des einstigen Stadtschlosses statt. Oberbürgermister Frank Meyer sprach von „der Stunde null der städtischen Ehrungen“, die corona-bedingt lange Zeit nicht stattfinden konnten. So wurden dann insgesamt sechs Initiativen mit dem begehrten Preis – der vom Land NRW ins Leben gerufen wurde - ausgezeichnet. Darunter auch die Preisträger des Jahres 2021. In seiner Laudatio sprach der OB mit Blick auf unser Museum davon, dass es kaum einen anderen Ort gebe, an dem sich die „Vergangenheit und Zukunft der Textilstadt so mit allen Sinnen nachempfinden lässt, wie in dem kleinen aber ausgesprochen feinen Museum an der Luisenstraße.“

Unser Museumschef Hansgeorg Hauser (rechts neben dem OB) stellte in einer launigen Rede die Einrichtung vor, die aus der früheren Paramentenweberei Hubert Gotzes hervorging. Hauser griff aus der Rede des OB den Passus „unser Haus der Seidenkultur“ auf. Im Gebrauch des Pronomens „unser“ zeige sich am deutlichsten der Bezug zur Heimat.

Ausführlich berichtete die Tagespresse über die Verleihung des Heimatpreises. Hier ein Link zum Beitrag der WZ "Sechs Auszeichnungen für heimatliches Engagement"

Ausschnitte aus dieser Veranstaltung werden in der ersten Aprilwoche in unserem neu eingerichteten Podcast unter folgender Internetadresse zu hören sein https://seidenkultur.de/aktuelles/podcast

„Ein Avatar führt bald durch das „Seidenmuseum“ titelt die WZ in ihrer Ausgabe vom 16. März 2022 auf der Seite „Kultur in Krefeld“. Kulturchef Christian Oscar Gazsi Laki stellt fest: „Das Haus der Seidenkultur macht sich fit für die digitale Zukunft“. Das positive Echo des Beitrages, der sich mit dem „Mingei“-EU-Projekt beschäftigt, kommt auch aus dem Ausland, wo die am Projekt beteiligten Personen aufmerksam nach Krefeld blicken, wo in Kürze das Finale der erwähnten Maßnahme ansteht. Der halbseitige Artikel bringt den Leser auf den Stand der Dinge; ein Grund mehr den Beitrag hier in ungekürzter Form zu veröffentlichen:

Von Christian Oscar Gazsi Laki

Es ist vielleicht etwas überraschend – oder dann doch auch nicht –, dass just ein recht kleines privat geführtes Museum in Krefeld zu den digital umtriebigsten der Stadt gehört. Und damit ist nicht lediglich die ohnehin ansprechende Webseite des Hauses der Seidenkultur Krefeld in der einstigen Paramentenweberei Hubert Gotzes, gemeint. Eine professionellwirkende und informative Internetpräsenz ist für ein Museum, egal welcher Couleur, heute eigentlich ein Minimum. Wobei es bei anderen Museen da noch bisweilen an der einen oder anderen Stelle Nachbesserungspotenzial geben mag, aber das ist eine andere lange Geschichte auf einem sehr weiten Feld. Auch, dass man trotz der sympathischen „handgemachten“ Atmosphäre im Hause selbst und auch auf den Videos beispielsweise regelmäßig Ausstellungseröffnungen streamt (auch im Nachgang auf Youtube abrufbar) ist noch recht „normal“.

Spektakulär wird es, wenn man Begriffe wie Avatar, Digitalisierung und Co. von Dieter Brenner hört. Der quirlige gute Geist im Haus bezeichnet sich übrigens gerne scherzhaft als „Schwadroneur“ in Anlehnung an den Handwerksberuf des „Patroneurs“, die Mustervorlagen für Gewebe fertigten. Und das Charisma dieses älteren Herrn, der mit Leidenschaft durch die Geheimnisse des Seidenmuseums führt und Menschen für die traditionelle Handwerkskunst der Seidenweberei begeistert, wird zukünftig auch digital erlebbar sein. Dies ist möglich durch ein EU-Projekt mit dem Namen „Mingei“, bei dem das Haus der Seidenkultur mitmachen darf und das als Ziel hat, „sowohl die materiellen wie auch immateriellen Aspekte von alten Handwerken zu digitalisieren und das entsprechende Wissen zu übertragen. Dies bezieht sich auf die Darstellung, Erhaltung und Zugänglichkeit des Handwerks als Kulturerbe“ – so auf der Projekt-Webseite nachzulesen.

„Unser Museum soll man auch zukünftig mit Freude entdecken können“, bekräftigt Brenner, den es als „Avatar“ versehen mit seiner Stimme geben wird. Für Einzelbesucher soll es bald (um April herum) 20 Tablets geben, mit deren Hilfe „der Avatar“ mit Brenners Stimme durch das Museum führt. An einzelnen Info-Points gibt es weiteres Wissenswertes in Wort und Bild. „Wir wollen attraktiv sein für den Einzelbesucher“ – sagt Brenner. Der übliche Weg, das Haus zu besuchen, sei bislang in Form von gebuchten Gruppen, die durch die Räume des Museums geführt werden. Einzelne Museumsgäste sollen „nicht im Regen stehen gelassen werden.“

Ein Avatar mit Dieter Brenners Stimme führt Einzelbesucher bald durch das Haus der Seidenkultur. Foto: Mingei-Projekt

Ein wichtiger Schritt ist das Mingei-Projekt im Rahmen von „Horizon 2020“, das über den Avatar-Museumsguide weit hinaus geht. Es werden Paramente, Priestergewänder, die ihrerzeit in der Weberei in der Luisenstraße 15 gefertigt wurden, digitalisiert, die „Seidengeschichte“ aber auch das „Handwerk“ digital dokumentiert. Etwa durch ein „Motion-capture Verfahren“ – also eine digitalisierte Bewegungsaufzeichnung, wie man sie sonst auch in Hollywood-Filmen verwendet, um computergenerierte Figuren mit „Leben“ zu füllen – wurde das Handwerk von Patroneur Dieter Blatt für die Ewigkeit festgehalten. Das gesamte Projekt ist mit 102 000 Euro veranschlagt, 85 000 Euro seien schon bewilligt, berichtet Brenner. Es gäbe noch eine Reihe von Dingen, die auf der Wunschliste des Museums stünden, gibt es zu – und dass es bei ehrenamtlich betriebenen Museen, wie das Haus der Seidenkultur es überwiegend ja sei, durchaus nicht trivial sei, sich in Förderstrukturen der EU einzufügen.

Museum hat auch viele „analoge“ Pläne für kommende Zeit

Aber das Haus der Seidenkultur hat auch zahlreiche „analoge“ Pläne. So sei man guter Dinge, dass es zu Pfingsten wieder eine Beteiligung am Flachsmarkt geben werde. Mit einem Plan A und einem Plan B, denn falls die Präsentation beim Markt aus Coronagründen etwa nicht gelingen könne, so wolle man zumindest eine kleine Version im eigenen Haus ermöglichen. Aber auch spricht Dieter Brenner gerne über die Pläne des Hauses für das Stadtjubiläum 2023. Denn immerhin braucht das Vorlaufzeit – die Stadt übrigens hält sich da aktuell noch etwas bedeckt, verspricht aber bald die Öffentlichkeit zu informieren. „Für das Stadtjubiläum haben wir einen sehr interessanten Kooperationspartner gefunden“, schwärmt Brenner. Das Alte Klärwerk und die wirklich fleißigen Denkmal-Schützer vom Verein zum Erhalt des historischen Klärwerks in Krefeld Uerdingen. Mit dem Verein plant man mehrere Projekte. Eine große Ausstellung etwa mit der Künstlerin Sonja Weber, die großformatige Arbeiten mit textilem Bezug zeigen wird. Kleinere Exponate sollen parallel im Seidenmuseum gezeigt werden. Auch ist eine Modenschau in Planung, die am Klärwerk stattfinden soll – doch das sei noch in Vorbereitung.

Das Haus der Seidenkultur (HdS) wurde zum Jahresbeginn als jüngstes Mitglied in der Organisation „Europäische Route der Industriekultur“ (ERIH) aufgenommen. Dies bescheinigt eine schmuckvolle Urkunde, die jetzt im Museum an der Luisenstraße 15 öffentlich aushängt.

Bei der ERIH handelt es sich um ein führendes Tourismus-Netzwerk mit 1850 Standorten in 47 Ländern. Zielsetzung der Organisation ist es, Standorte der Industriekultur und Besucherattraktionen zu vernetzen. „Die Arbeit soll eine tiefergehende Entdeckung der Industrielandschaften der jeweiligen Landschaften ermöglichen“, sagt HdS-Museumschef Hansgeorg Hauser. Und: „Durch unsere Mitgliedschaft können wir die linksrheinische Rheinschiene in das Gesamtkonzept ergänzend einbeziehen.“

Wer also künftig auf eine der vom ERIH angebotenen Themenrouten die gemeinsamen Wurzeln europäischer Industriegeschichte entdecken und veranschaulichen möchte; die Luisenstraße in der Samt- und Seidenstadt bietet sich da als neuer Anknüpfungspunkt an.

Die Bahnhofsnähe, ein Gas- und Elektrizitätswerk in unmittelbarer Nachbarschaft sorgten in der Gründerzeit für ideale Rahmenbedingungen der Entwicklung einer Industrielandschaft im einst noblen Krefelder Kronprinzenviertel. Vor diesem Hintergrund konnte sich auch die Paramentenweberei Hubert Gotzes – das heutige HdS – etablieren.

Daher empfindet ERIH-Präsident Dr. Maria Grewing die Mitgliedschaft vom Haus der Seidenkultur als „eine Bereicherung für das Angebot des Touristik-Netzwerkes“. Und: „Jedes Industriedenkmal, jede Stadt, jede Arbeitersiedlung ist Teil dieser zunächst europäischen und später weltweiten Entwicklung.“ Nur erfahre der Besucher meist nichts oder nur zu wenig davon. Im HdS wird man künftig bei Führungen diesen Zusammenhang noch deutlicher hervorheben.

 

Diese Urkunde signalisiert: Das Haus der Seidenkultur liegt jetzt auf der Route Europäischer Industriekultur.

(veröffentlicht am 11.06.21)

In der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ mit Horst Lichter ging im Mai ein Priestergewand über die (Händler-)Theke, dass nach einer langen Zeitreise jetzt nach rund 100 Jahren wieder an seinen Ursprungsort, der einstigen Paramentenweberei Hubert Gotzes, zurückkam. Dort, dem heutigen Haus der Seidenkultur, bekommt das gute Stück jetzt seinen Ehrenplatz.

Doch der Reihe nach: Vermutlich um 1920 wurde der „Chormantel“ – ein liturgisches Gewand, das von katholischen Priestern während der Messe getragen wurde – in der Paramentenweberei Hubert Gotzes angefertigt. Zumindest wurde es in den 50ziger Jahren im Unternehmen an der Luisenstraße 15 in Krefeld restauriert. Von dort landete das schmucke Gewand in Recklinghausen bei einem Ehepaar, das bei „Bares für Rares“ einen neuen Besitzer suchte.

In der Fernsehsendung erwarb es schließlich der Kunst- und Antiquitäten-Händler Thorsden Schlößner aus Kreuzau bei Düren. 400 Euro zahlte er für das Exponat, das die Expertin zuvor auf 150 bis 200 Euro geschätzt hatte. Doch genaugenommen war allen klar, dass das mit Goldfäden durchzogene Samt-Exponat weitaus mehr Wert ist. „Würde man heute ein solches Teil in Auftrag geben, müsste man um die 10.000 Euro auf den Tisch legen“, schätzt HdS-Sprecher Dieter Brenner.

Letzterer war es auch, der auf dem Facebook-Portal des Museums auf die Sendung hinwies und vermerkte: „Schön wäre es, wenn der Mantel wieder an seinen Ursprungsort zurückkäme; aber ob sich dafür Sponsoren finden?“ Und unmittelbar nach dieser Publikation, die auf Anhieb 3000 Klicks verzeichnete, fanden sich die ersten Geldgeber. Darunter der Krefelder Geschäftsmann Peter Oediger. „Mein Vater, der mit Krawatten handelte, hat mich durch seinen Beruf schon an das Thema der Textilstadt herangeführt“, sagt Oediger. Und: „Vor diesem Hintergrund war es für mich so eine Art Verpflichtung hier helfend einzusteigen.“

Letztlich war es aber Kunsthändler Schlößner selbst, „der seine Händlerinteressen weitgehend zurückgestellt und aus Sicht unseres Museums sehr gut gehandelt hat“, wie es Brenner während einer Pressekonferenz formulierte. Schlößner selbst sagt dazu: „Wenn ich sehe, dass ein besonderes Exponat eine besondere Öffentlichkeit - wie die eines Museums – bekommen kann, unterstütze ich solche Projekte sehr gerne.“

Nicht nur der Chormantel, sondern auch Thorsden Schlößner selbst fand jetzt seinen Weg nach Krefeld, wo der gelernte Schreiner früher sein Holz einkaufte. Beeindruckt zeigte sich der Händler von der grünen Krefelder Innenstadt und vom Zustand des alten Stadtbades, das der Fernsehmann – der ein Faible für den Jugendstil besitzt – unbedingt besuchen wollte. Auf dem „kurzen Dienstweg“ zwischen HdS und Stadtbad wurde dem Wunsche recht kurzfristig entsprochen.

Jetzt bekommt das durch „Bares für Rares“ bekanntgewordene Priestergewand im Museum an der Luisenstraße seinen Ehrenplatz. Und damit nicht genug: „Die Sponsorengelder ermöglichen uns, nach weiteren Priestergewändern Ausschau zu halten“, sagt Brenner. Eine Kirchenzeitung werde im Raum des Bistums Aachen bei dieser Suche behilflich sein. Daher der Sprecher abschließend: „Für uns brachte Bares für Rares wirklich sehr viel Wunderbares…!“

 

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Nach einer langen Zeitreise kommt ein Priestergewand zurück an seinen Ursprungsort. Händler Thorsden Schlößner (links) hat es möglich gemacht, der hier vor laufender Kamera von HdS-Sprecher Dieter Brenner interviewt wird. Rechts im Bild mit Peter Oediger einer der Sponsoren, die dieses Projekt unterstützten.

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Stippvisite im ehemaligen Freibad inmitten der Krefelder City. Thorsden Schlößner (links), der ein Faible für die Jugenstil-Ära hat, war begeistert.
HdS-Fotos: Christian van Doorn

 

Eine sehenswerte Sonderausgabe des „Wanderkinos“ präsentiert das Haus der Seidenkultur (HdS) zum virtuellen Flachsmarkt 2021. Dafür wurden eigens fünf neue Filme produziert. „Wir lassen die Märkte der letzten Jahre Revue passieren und setzen altes Textilhandwerk in Szene,“ kündigt HdS-Sprecher Dieter Brenner „so manches Filmschätzchen aus vergangenen Flachsmarktzeiten“ an.

Gedreht wurden viele Szenen in der nostalgischen Spinnstube der Burg. Dort – und im Burghof – war das Museum von der Luisenstraße 15 mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern in den letzten Jahren während der Pfingsttage präsent. Gezeigt wurden jene Textilberufe, die einst den Reichtum in die Samt- und Seidenstadt brachten. Im Mittelpunkt stand jeweils ein Schaftwebstuhl, dessen „Schipp-Schapp“ immer viele Neugierige lockte.

Im Film „Schipp Schapp im Sechs-Achtel-Takt“ sehen wir Handwebmeister Günter Oehms. An seiner Seite Maximilian Zelzner, der mit seiner Querflöte den Takt des Webers aufgriff und in einer einzigartigen Musikkomposition umsetzte. „Das war auch für mich eine besondere Premiere“, erinnert sich Zelzner – Leiter der Krefelder Musikschule „rhythm matters“ – an seinen Auftritt auf dem Flachsmarkt.

Im „Wanderkino“ werden ferner jene Berufe dargestellt, die den eigentlichen Webprozess erst ermöglichten. Die Rede ist vom Musterzeichner, Patroneur und Kartenschläger. Mit Gerd Karl Janhsen konnte das HdS jetzt einen der letzten Kartenschläger Krefelds gewinnen, der im „Technischen Atelier“ des Museums altes (Textilhandwerk) lebendig und lautstark präsentiert. Die Presse und auch der WDR haben ausführlich darüber berichtet.

Die Wegstrecke „von der Seidenraupe bis zum Seidenfaden“ wurde im Burghof gefilmt, wo gehaspelt wurde. So nennt man den Vorgang, wenn der Seidenfaden vom Kokon „abgerollt“ wird. Nicht nur die Kinder verfolgten mit Spannung dieses besondere Ereignis. Und am Ende herrschte großes Entsetzen, wenn die Seidenraupen zum Essen angeboten wurden; als die sich letztendlich als süße Leckerei entpuppten; da kam dann Freude auf. Titel des Films: „Ein Kleid aus Raupenspucke.“

Szenenwechsel: Der Focus ist auf edle Seidenschals und Krawatten gerichtet, die mit historischen Mustern einst in der Paramentenweberei Hubert Gotzes - dem heutigen Museum – verwebt wurden. „Der Verkauf auf dem Flachsmarkt war für uns stets eine sichere und wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung unseres Museums“, heißt es dazu aus dem HdS-Vorstand, der jetzt für den Online-Shop wirbt, welcher rund um die Uhr unter folgender Internetadresse geöffnet ist: https://seidenkultur.de/shop/online-shop

Für die filmische Umsetzung des „Wanderkinos“ hat das HdS erneut den „Covestro Foto-Film-Club Krefeld“ gewinnen können. Deren Vorsitzender, Wolfgang Volker, ist zugleich im HdS-Team fest verankert und von daher gut im Thema, wenn es um Samt- und Seide geht. Und hier ist das Ticket für die Sonderausgabe des Wanderkinos zum Flachsmarkt 2021; einfach folgenden Link im Internet anklicken und schon hebt sich der Vorhang https://covestro-ffc-krefeld.de/wanderkino

Und hier ist der Link zum offiziellen Flachsmarkt-Portal, wo man das HdS in der Spinnstube und im Burghof trifft. „Auch über die Eingaben Patroneur, Weber und Kartenschläger findet man unseren virtuellen Stand auf dem Flachsmarkt 2021“, sagt HdS-Sprecher Dieter Brenner, der das Drehbuch für die Filme schrieb.

https://www.flachsmarkt2021.de/
Das Wanderkino hebt seinen Vorhang pünktlich Pfingstsamstag, 22. Mai um 10 Uhr. Die Filme werden den ganzen Sommer über zu sehen sein.

 

Ponzelar und de Greiff

Meister Ponzelar (Weber Manfred Weisters) und Cornelius de Greiff (dargestellt von HdS-Museumschef Hansgeorg Hauser) besuchten regelmäßig den Flachsmarkt.

Seide pur

„Seide pur für die Krefelder Kultur“ ist der Titel eines der Filme, die jetzt in der Sonderausgabe des „Wanderkinos“ zum Flachsmarkt zu sehen sind.

Gerhard Karl Janhsen

Krefelds letzter Kartenschläger, Gerhard Karl Janhsen, ist beim virtuellen Flachsmarkt mit von der Partie.

Fotos: HdS

(veröffentlicht am 05.10.20)

„Luisas Geschichte berührte auch Krefeld“ titelte die Rheinische Post einen Artikel über das Schicksal einer jungen Frau, die wegen Corona in Sevilla um ihr Leben kämpfte. Und weiter erfährt der Leser: „Das Haus der Seidenkultur macht dazu eine Aktion“.

Welche Verbindung es zwischen Luisa und unserem Museum gibt, dies erläutert Ilka Neumann vom HdS-Vorstand. Bei Luisa Marie Meißner handelt es sich um eine 22jährige Düsseldorferin, die eine Modedesign-Ausbildung gemacht hat. Für ihre Abschlusskollektion „Quipuia – La Fantasia anudada (was so viel wie verknotete Fantasie heißt) wählte sie Stoffe aus dem Haus der Seidenkultur.

Luisas Kollektion schreibt ihre eigene Geschichte. Die Seide mit dem Kreismuster wurde eigens für die Kollektion gewebt. In die golden strahlende Seide wurde symbolisch die Sonne eingewebt, die schon bei den Inkas und auch heute noch als wichtiges Zeichen für Ganzheit und Gleichheit steht.

Neumann schildert Luisa als innovativ und lebensfroh. Umso geschockter sei sie gewesen, als sie erfuhr, dass die Designerin im März 2020 während ihres Praktikums in Spanien an Corona erkrankte. Sie kam ins Krankenhaus auf die Intensivstation und wurde dort direkt in ein künstliches Koma versetzt. „Das sie noch lebt, grenzt an ein Wunder“, sagt Neumann.

Noch heute lebt Luisa im Schatten ihrer Krankheit. Sie braucht noch einen Rollstuhl oder läuft kurze Strecken am Rollator. Neumann: „Sie braucht weitere Therapien und Zeit. Zeit um ihre Lunge zu regenerieren, dass Laufen zu erlernen, ihre Nerven und seelischen Schäden auszukurieren“.

Vor diesem Hintergrund hat sich das HdS entschieden, eine Spendenaktion für Luisa zu unterstützen. Bereits beim „Herbstzauber“ auf der Krefelder Galopprennbahn haben wir auf das Schicksal der Düsseldorferin aufmerksam gemacht. Wer Luisas langen Weg zurück ins Leben unterstützen möchte, der informiere sich bitte über das „Spendenkonto Licht für Lu“ im Internet unter

http://www.leetchi.com/de/c/rEGVNK7w


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Luisa Marie Meißner hat in ihrer Kollektion mit Krefelder Stoffen eine Verbindung zur Knotenschrift der Inkas (Quipu) geschaffen. Foto: Luisa Meissner.

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Der „Herbstzauber“ – ein Event am Fuße der Galopprennbahn – war für uns eine geeignete Plattform, um auf das Schicksal der jungen Designerin aufmerksam zu machen. HdS-Foto: Marlies Schumacher

 
(veröffentlicht am 28.08.20)

Die erste Live-Übertragung aus unserem Museum war ein voller Erfolg. „Das müssen Sie unbedingt künftig wiederholen“, meinte Oberbürgermeister Frank Meyer (Krefeld) an unseren Vorsitzenden, Hansgeorg Hauser, gerichtet.
„Ich möchte Ihnen allen für die gelungene Premiere der Live-Übertragung der Ausstellung ‚Purpurschnecke und Färberwaid‘ aus Ihrem Museum gratulieren. Vielleicht war dies der Beginn einer neuen Ära, an dem das Haus der Seidenkultur (HdS) einen viel größeren Kreis von Interessenten erreichen kann“, schreibt Dr. Hermann Schumacher, Vorsitzender der Gesellschaft Creinvelt.
Hier das Feedback von Achim Wahl: „Von der heimischen Couch habe ich eine tolle und gut durchdachte Vernissage gesehen. Das öffnet sicher für die Zukunft neue Perspektiven in der Darstellung unseres Museums und unserer Arbeit.“
Und Klaus Drenk hat festgestellt: „Da hat das Team vom HdS wieder einmal mehr neue Maßstäbe und sich im Überholvorgang an die Spitze einer neuen Entwicklung gesetzt.“
Wer die Sendung noch einmal sehen möchte https://www.youtube.com/watch?v=67JzJDgy1sc



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Andreas Bischof hat im Bild festgehalten wie es während der Übertragung in der Regie aussah. Per Knopfdruck wurde hier entschieden welches Bild aus dem HdS On Air ging.

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Unsere Kuratorin Ulrike Denter (rechts) mit Birgit Sievers-Schmitz. Die Patentochter des verstorbenen Textilingenieurs Gerhard Schlichtmann hat der Ausstellung – die er schon zu Lebzeiten angedacht hat – zahlreiche Exponate zur Verfügung gestellt. Mit im Bild der Ehemann von Frau Sievers-Schmitz.

HdS-Foto: Christian van Doorn

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Pressesprecher Dieter Brenner moderierte die erste Live-Übertragung aus dem Haus der Seidenkultur.

HdS-Foto: Christian van Doorn.

Das ist eine große Premiere im Haus der Seidenkultur (HdS): Die Vernissage der nächsten Ausstellung „Purpurschnecke und Färberwaid“ wird am Sonntag 23. August ab 11 Uhr live im Internet bei YouTube übertragen.
Die Ausstellungseröffnung wird nicht einfach abgefilmt, sondern vom „Covestro-Foto-Filmclub“ und den Video-Experten der Firma vps gekonnt in Szene gesetzt. Somit können alle Freunde vom HdS das Geschehen im Museum live mit verfolgen.
Wenn Corona bedingt nur wenige Leute ins Museum kommen können, kommen wir halt zu den Besuchern“, freut sich HdS-Sprecher Dieter Brenner über die Premiere einer Live-Übertragung, die von der Sparkasse Krefeld gesponsert wird.
Musikalische Höhepunkte letztjähriger HdS-Veranstaltungen werden im Rahmenprogramm der Vernissage zu sehen und zu hören sein. Ein Genuss, den sich auch Oberbürgermeister Frank Meyer nicht entgehen lässt, der live im HdS mit dabei sein wird.
Wer ebenfalls das Direktgeschehen verfolgen möchte, der findet seine „Eintrittskarte“ im Internet unter folgenden Links

https://youtu.be/DKWEy-n_x8g

oder

https://www.youtube.com/channel/UC2hqWhf78m34FcSxWqrngIw/live

Mehr über die Inhalte unserer neuen Ausstellung – die sich mit der Entwicklung der Textilfärberei beschäftigt - hier auf dieser Plattform unter Angebote / Ausstellung.

 

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Martha Prell war eine der ersten Modezeichnerinnen in Krefeld. Studiert hat die kreative Frau von 1940 bis 1943 an der Höheren Fachschule für Modegrafik und Mode, dem Vorläufer der späteren Textilingenieurschule. Unterrichtet wurde sie von Elisabeth Kadow, die sich als Bauhausabsolventin in Krefeld einen Namen gemacht hat.
Heute, mit stolzen 95 Jahren, stellt Martha Prell erstmals ihre Modezeichnungen öffentlich aus. Diese einzigartige Premiere findet derzeit im Haus der Seidenkultur (HdS) statt. „Wir haben der Künstlerin eine kleine Studioausstellung im historischen Lieferantenflur unseres Museums gewidmet“, sagt Kuratorin Dr. Ulrike Denter. Ihr ist es gelungen, die bislang eher bescheiden und zurückhaltend lebende Textil-Künstlerin in den Focus der Öffentlichkeit zu rücken. Jetzt kam die weitgereiste Seniorin höchst selbst ins HdS um sich ihre Ausstellung anzusehen.
„Schon als Kind habe ich mit meinen Zeichnungen mein Umfeld begeistern können“, sagt Prell unserer Zeitung. Mit einem Beinbruch lag sie als 10jährige im Krankenhaus. „Alle Schwestern wollten in meinem Zimmer meine Zeichnungen sehen, die ich im Bett liegend angefertigt hatte“, erinnert sie sich.
Um als junges Mädchen 1940 die Laufbahn einer Musterzeichnerin einzuschlagen, da bedurfte es einiges an Überredungskunst im Elternhaus. Unterstützung kam vom Vater, der in seiner Freizeit gerne Pferde zeichnete. Elisabeth Kadow erkannte recht schnell das Talent der jungen Schülerin, die mit einer renommierten Förderin im Rücken an der „Lette-Schule“ in Berlin mit „Kusshand“ aufgenommen wurde; eine Einrichtung, die vielen jungen Künstlern als Sprungbrett in die Modeszene diente.
Und so fand sich Martha Prell einige Jahre später im Modesalon „Schloss Grafenberg“ bei Düsseldorf wieder. Hier entwarf sie Kreationen für die damalige High Society. „Für Schauspieler-Ikonen wie Elisabeth Flickenschildt und Christiane Hörbiger durfte ich Modevorlagen entwerfen“, blickt Martha Prell in eine illustre Vergangenheit zurück, die jetzt im Haus der Seidenkultur wieder ein Stück lebendig wird.
„Die kleine Zusatzausstellung betrachten wir als i-Tüpfelchen in der Angebotspalette unseres Museums, wo wir in Coronazeiten ein zusätzliches Argument für den Besuch unseres Museums an der Luisenstraße 15 liefern möchten“, sagt Kuratorin Ulrike Denter. Im HdS wird die Ausstellung bis Ende des Jahres an den Öffnungstagen von mittwochs bis freitags jeweils in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen sein.

 

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Martha Prell zeigt mit 95 Jahren voller Stolz einen ihrer Entwürfe als Modezeichnerin.

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Hier der Entwurf eines für die 40ziger Jahre eher mutigen Cocktailkleides. Viele ihrer Werke hat sie – wie hier – mit ihrem Mädchennamen Martha Leyking signiert.

 

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Taillenbetonte Oberteile, bunte Glockenröcke mit floralen Mustern, so stellte sich Martha Prell 1946 die modebewusste Frau vor.

HdS-Fotos: Christian van Doorn