Martha Prell war eine der ersten Modezeichnerinnen in Krefeld. Studiert hat die kreative Frau von 1940 bis 1943 an der Höheren Fachschule für Modegrafik und Mode, dem Vorläufer der späteren Textilingenieurschule. Unterrichtet wurde sie von Elisabeth Kadow, die sich als Bauhausabsolventin in Krefeld einen Namen gemacht hat.
Heute, mit stolzen 95 Jahren, stellt Martha Prell erstmals ihre Modezeichnungen öffentlich aus. Diese einzigartige Premiere findet derzeit im Haus der Seidenkultur (HdS) statt. „Wir haben der Künstlerin eine kleine Studioausstellung im historischen Lieferantenflur unseres Museums gewidmet“, sagt Kuratorin Dr. Ulrike Denter. Ihr ist es gelungen, die bislang eher bescheiden und zurückhaltend lebende Textil-Künstlerin in den Focus der Öffentlichkeit zu rücken. Jetzt kam die weitgereiste Seniorin höchst selbst ins HdS um sich ihre Ausstellung anzusehen.
„Schon als Kind habe ich mit meinen Zeichnungen mein Umfeld begeistern können“, sagt Prell unserer Zeitung. Mit einem Beinbruch lag sie als 10jährige im Krankenhaus. „Alle Schwestern wollten in meinem Zimmer meine Zeichnungen sehen, die ich im Bett liegend angefertigt hatte“, erinnert sie sich.
Um als junges Mädchen 1940 die Laufbahn einer Musterzeichnerin einzuschlagen, da bedurfte es einiges an Überredungskunst im Elternhaus. Unterstützung kam vom Vater, der in seiner Freizeit gerne Pferde zeichnete. Elisabeth Kadow erkannte recht schnell das Talent der jungen Schülerin, die mit einer renommierten Förderin im Rücken an der „Lette-Schule“ in Berlin mit „Kusshand“ aufgenommen wurde; eine Einrichtung, die vielen jungen Künstlern als Sprungbrett in die Modeszene diente.
Und so fand sich Martha Prell einige Jahre später im Modesalon „Schloss Grafenberg“ bei Düsseldorf wieder. Hier entwarf sie Kreationen für die damalige High Society. „Für Schauspieler-Ikonen wie Elisabeth Flickenschildt und Christiane Hörbiger durfte ich Modevorlagen entwerfen“, blickt Martha Prell in eine illustre Vergangenheit zurück, die jetzt im Haus der Seidenkultur wieder ein Stück lebendig wird.
„Die kleine Zusatzausstellung betrachten wir als i-Tüpfelchen in der Angebotspalette unseres Museums, wo wir in Coronazeiten ein zusätzliches Argument für den Besuch unseres Museums an der Luisenstraße 15 liefern möchten“, sagt Kuratorin Ulrike Denter. Im HdS wird die Ausstellung bis Ende des Jahres an den Öffnungstagen von mittwochs bis freitags jeweils in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen sein.

 

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Martha Prell zeigt mit 95 Jahren voller Stolz einen ihrer Entwürfe als Modezeichnerin.

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Hier der Entwurf eines für die 40ziger Jahre eher mutigen Cocktailkleides. Viele ihrer Werke hat sie – wie hier – mit ihrem Mädchennamen Martha Leyking signiert.

 

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Taillenbetonte Oberteile, bunte Glockenröcke mit floralen Mustern, so stellte sich Martha Prell 1946 die modebewusste Frau vor.

HdS-Fotos: Christian van Doorn

 
 

(veröffentlicht am 19.05.2020)


Dem Bandoneon ist der Wanderkino-Film „Zurück in Krefeld“ gewidmet. In Krefeld wurde dieses Instrument vor mehr als 150 Jahren entwickelt, dass mittlerweile die ganze Welt erobert hat. „Diese einzigartige Dokumentation war erst durch die Mitarbeit des Krefelder Kulturbüros und einem Bandoneon-Künstler möglich“, sagt Wolfgang Volker vom „Covestro Foto-Flim-Club“.

Dieser Beitrag wurde jetzt beim Bundesfilmfestival in Fuldabrück vom Bundesverband Deutscher Film-Autoren (BDFA) mit der Silbermedaille in der Rubrik der besten Dokumentationen ausgezeichnet. Damit wurde der Krefeld-Film als Beitrag für das deutsche Autoren Film-Festival (DAFF) nominiert, das im Juni stattfindet. Auch dieser Film ist noch bis Pfingsten in unserem „Wanderkino“ zu sehen unter

https://covestro-ffc-krefeld.de/wanderkino/

 

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Übersetzer besuchten das Museum in Krefeld

Was macht ein niederländischer Lehrer aus Deventer am Zentral-PC im Haus der Seidenkultur (HdS)? Antwort: Der niederländische Pädagoge heißt Harold Pieters (54) und er übersetzt die Texte der HdS-Internetplattform (www.seidenkultur.de) von der deutschen in die niederländische Sprache. „Somit können wir unsere Nachbarn aus dem Raum Venlo, Den Haag und Amsterdam noch optimaler für unsere Einrichtung interessieren“, begründet Museumschef Hansgeorg Hauser den neuen Service.
Das Übersetzungsprojekt hat HdS-Museumsmitarbeiter Jürgen Reck in die Wege geleitet. „Beim letztjährigen Ausflug unserer Ehrenamtler wurde unsere Gruppe im Xantener Dom vom Belgier Antony Vanslembrovck (74) geführt. Der Mann hat uns mit seiner Mischung aus Information und Humor so fasziniert, dass ich ihn gefragt habe, ob er für uns nicht die deutschen Texte ins niederländische übersetzten kann“, sagt Reck.
Da der flämisch sprechende Belgier die Unterschiede zur niederländischen Sprache kannte, ließ er seinen Freund aus Deventer die Texte zur Korrektur lesen. Schluss letztendlich lief alles darauf hinaus, dass Pieters das Projekt komplett übernahm.
Jetzt kam es zu einem Treffen aller Beteiligten im Museum an der Luisenstraße in Krefeld. „Nachdem wir die tolle Einrichtung gesehen haben, sind wir besonders stolz unseren Beitrag für dieses große Kleinod leisten zu dürfen“, meinten die beiden Herren aus Benelux, denen zum Dank für ihr Ehrenamt im HdS eine original Niederrheinische Kaffeetafel serviert wurde.
Dazu gab es für die neuen niederländischen Freunde jeweils eine Krawatte mit den nostalgischen Motiven, die einst in der Paramentenweberei Hubert Gotzes verwebt wurden. Übrigens: Krawatte heißt auf Niederländisch „stropdas“, auch das wird künftig im Internet vom HdS kommuniziert.

 

 

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Das niederländische Übersetzungsteam am Zentralcomputer im Haus der Seidenkultur (HdS). Unser Bild zeigt (von links) Museumschef Hansgeorg Hauser, Antony Vanslembrovck, Harold Pieters und Jürgen Reck, der vom HdS die Kontakte zu den Nachbarländern knüpfte.
HdS-Foto: Brenner

Seidene Entdeckungsreisen durch die Stadt jetzt auch für Einzelpersonen

Mit zahlreichen Neuerungen und einer Erweiterung des touristischen Krefeld-Angebotes startet das Haus der Seidenkultur (HdS) in das neue Jahr. „Ab sofort bieten wir regelmäßig Stadtspaziergänge oder Stadtrundfahrten auf seidenen Pfaden auch für Einzelpersonen an“, sagt Museumssprecher Dieter Brenner. Und: „Damit kommen wir dem Wunsch vieler Interessenten nach, die diese Angebote – bislang gab es sie nur für gebuchte Gruppen - nutzen möchten.“
Der erste Termin für eine zweistündige „Stadtrundfahrt auf seidenen Pfaden“ ist Freitag, der 13. März. Der erste seidene Stadtspaziergang findet am Freitag, 20. März statt. Enthalten ist ein Besuch der Pfarrkirche St. Dionysius, wo eine kleine Führung und ein Orgelspiel stattfinden.

Treffpunkt beider Touren ist jeweils um 12 Uhr das HdS an der Luisenstraße 15. Die Teilnahme an der Stadtrundfahrt kostet 15, die Teilnahme am Spaziergang 8 € pro Person. Weitere Infos und Buchungsmöglichkeiten gibt es telefonisch unter 02151- 9345355 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
„Bei unseren Angeboten verknüpfen wir Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Textilstadt“, verrät Brenner das Konzept „der Entdeckungsreisen durch die Samt und Seidenstadt“. Das gelte vor allem für den neuen Stadtspaziergang, der in Anlehnung an die aktuelle Ausstellung „Crefeld in 3 D wie es früher einmal war“, angeboten wird.
14 Diorahmen (wir berichteten) zeigen derzeit im Museum, wie Krefeld in der so oft beschriebenen guten alten Zeit einmal ausgesehen hat. „An Originalschauplätzen schauen wir uns nunmehr an, was daraus geworden ist“, sagt Brenner, der für das HdS auch als Stadtführer unterwegs ist.

Neue Möglichkeiten finden sich auch auf der HdS-Internetplattform, wo der Museumsshop rund um die Uhr unter https://seidenkultur.de/shop/online-shop erreichbar ist.
Neues gibt es auch aus dem Bereich der Museumspädagoginnen zu berichten, die in Kürze ihr Konzept 2020 vorlegen, das für Kinder und Jugendliche eine Vielzahl von interessanten Angeboten beinhaltet. Mehrfach wurde in diesen Tagen die Frage an die Museumsleitung gestellt, ob denn auch im HdS – wie jüngst in den städtischen Museen eingeführt – der Eintritt für Kinder frei ist. „Das war bei uns schon immer so“, stellt Museumschef Hansgeorg Hauser – quasi als einer der Vorreiter des Museums-Nulltarifs für Kinder – fest.

Ferner kündigt Hauser den Vorstandsbeschluss an, dass künftig die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für alle Personen – also auch für Nichtmitglieder – zugänglich ist. Hauser: „Dadurch machen wir unser Tun transparenter umso künftig noch mehr Menschen für unsere ehrenamtliche Kultur-Arbeit für Krefeld begeistern zu können.“

 

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Hier unser Rathaus – das einstige Stadtschloss der von der Leyens – wie es früher einmal war. Beim Vorbau handelte es sich einst um eine hölzerne Konstruktion. HdS-Foto: Brenner

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Und so sieht das Rathaus der Stadt Krefeld in der Gegenwart aus. HdS-Foto: Wahl

 

 
 

Das ist Maryse Gaspard, einst Top-Model von Pierre Cardin. Heute ist sie die Chefdirectrice des französischen Modezaren. Und was trägt die modebewusste Dame von Welt: Natürlich einen Seidenschal aus dem Haus der Seidenkultur (HdS).

Vor drei Jahren kam Gaspard höchst selbst ins HdS, wo in einer Ausstellung daran erinnert wurde, dass vor mittlerweile 53 Jahren in Krefeld der erste Europäische Mode-Oscar, das „Goldene Spinnrad“, an Pierre Cardin verliehen wurde. Die Erkenntnis, dass Mode ins Museum gehört, setzte jetzt auch der „Düsseldorfer Kunstpalast“ um, wo das HdS-Team erneut auf Frau Gaspard traf, die sich mit Freude an die „persönliche Atmosphäre“ der Cardin-Ausstellung in der Samt- und Seidenstadt erinnerte.

In Düsseldorf, wo die Cardin-Ausstellung noch bis zum 5. Januar 2020 zu sehen ist, trug Gaspard übrigens einen Schal mit dem Muster der Gondel. „Zu jedem unserer historischen Muster, die Schals und Krawatten zieren, erhält der Kunde ein Zertifikat aus dem die Bedeutung und Herkunft des Musters hervorgeht“, sagt Museumssprecher Dieter Brenner. Und: „Mit Maryse Gaspard haben wir jetzt einmal mehr eine prominente Botschafterin, die unseren Schal sprichwörtlich rund um die ganze Welt trägt!“

„Wer sich dem Kreis der modischen Botschafter anschließen möchte, der findet dazu im Museum die entsprechenden Dokumente und Argumente“, wirbt Brenner für den Museumsshop, der ab sofort auch rund um die Uhr online geöffnet ist. Da freut sich doch nicht nur der Weihnachtsmann sondern auch Museumschef Hans-Georg Hauser: „Das Weihnachtsgeschäft ist für uns eine wichtige Einnahmequelle, die wir benötigen, um auch künftig weiter einen kulturellen Beitrag für Krefeld leisten zu können“, sagt er.

Wer zum Weihnachtshopping ins Museum kommen möchte hat dazu an den Öffnungstagen Gelegenheit; und zwar von mittwochs bis freitags jeweils von 15 bis 18 und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

 

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Madam Gaspard trug in Düsseldorf einen Schal aus dem Haus der Seidenkultur.
HdS-Foto: Christof Denter

Eine tolle Entwicklung: Dort wo einst die Textillandschaft in der Samt- und Seidenstadt blühte lagen über Jahrzehnte die stillgelegten Firmengelände brach. Jetzt entsteht an verschiedenen Stellen in der Stadt wieder neues Leben in den alten Fabrikhallen; wie beispielsweise im Mies van der Rohe Business Park an der Girmesgath 5. In den denkmal-geschützen Gebäuden der Verseidag entstehen neue Büros, in denen Kreativität und Innovation zu Hause sind.

In Kooperation vermitteln wir vom Museum Haus der Seidenkultur (HdS) jetzt auch Führungen auf dem historischen Gelände. Dieses Angebot nutzten nun ehemalige Schüler, die vor 62 Jahren am Fichte-Gymnasium ihr Abitur absolvierten.

Janina Hofius (links) verknüpfte bei der Führung Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der „Verseidag“, die an der Industriestraße nach wie vor produziert. Aber nicht Samt- und Seide, sondern High-Tech-Textilien. So wurden das Olympia-Stadion in Berlin und München mit textilen Dächern aus Krefeld gedeckt; eine spannende Geschichte, die wir im Museum gerne erzählen. Und: warum uns der neue (glasüberdachte) Haltestellenknotenpunkt Ostwall – Rheinstraße im wahrsten Sinne des Wortes spanisch vorkommt.

 

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HdS-Foto: Brenner

Seide, der Stoff aus dem die Träume sind. Im Museumsshop halten wir ein großes Angebot an Seide „Made in Krefeld bereit“. Jetzt zum Bauhaus-Jubiläum haben wir etwas was ganz besonderes: Ein Schal oder Tuch den Prof. Annette Pöllmann für unser Museum in einer limitierten Auflage von jeweils 200 Stück kreiert hat.

Darüber haben wir einen Film gedreht, der jetzt bei You Tube zu sehen ist. Klicken Sie den Link auf unserer Internetseite an https://seidenkultur.de/shop/schal und Sie erfahren mehr. Übrigens: Wenn Sie bei You Tube „Haus der Seidenkultur“ eingeben kommen zahlreiche Beiträge über unser Haus.

Bei der Produktion der Filme unterstützt uns der Foto-Film-Club Bayer Uerdingen. Am Mittwoch, 16. Oktober, 19 Uhr, sich der Verein im Rahmen der "Samt- und Seidenrunde" vor und zeigt einige seiner Filme, die in unserer Region gedreht wurden.

 Hier ein Damen Seiden-Satin-Schal mit handgerollten Säumen, gedruckt, 45x180 cm, "Bauhaus". Ein ganz besonderes Geschenk.

 

Foto: HdS

 

Nicht wenige Firmen lassen sich regelmäßig mit Krawatten und Seidenschals vom HdS ausstaffieren. So auch die Firma TROX aus Neukirchen-Vluyn, die für die Frankfurter Fachmesse ISH mit ihren Mitarbeitern ein einheitliches Bild abgeben wollte. Die ISH ist die weltweit führende Messe und internationaler Branchentreffpunkt für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und Energie in Gebäuden. Sie setzt Trends für modernes Baddesign, nachhaltige Heizungs- und Klimatechnik und intelligentes Wohnen.

Museumschef Hansgeorg Hauser hat den Kontakt zur Firma TROX geknüpft. „Das gesamte TROX-Messeteam haben wir mit Seidentüchern und Krawatten ausgestattet, die eigens in Krefeld gemustert, gewebt und konfektioniert wurden“, sagt Hauser stolz. Die Firma TROX ist führend in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Komponenten, Geräten und Systemen zur Belüftung und Klimatisierung von Räumen.

 

TROX Team


Foto: TROX-GmbH

Unsere Patchwork-Röllchen erfreuen sich im Museumsshop großer Beliebtheit. „Wir kommen mit der Produktion kaum nach“, sagt Ingrid Cemin, die in der Riege der Ehrenamtler für die Resteverwertung der Krawattenstoffe verantwortlich zeichnet. Keine Krawatte sondern eine tolle Tasche hat eine Kundin aus Wuppertal aus unseren Röllchen gemacht, die für 1,50 € im Haus der Seidenkultur wirklich ein Schnäppchen sind. „So kann man für kleines Geld große schöne Sachen machen“, freut sich Cemin über den Ideenreichtum. Der Patchwork-Kreativität sind somit keine Grenzen gesetzt. Was haben Sie aus unseren Stoffen gemacht? Schicken Sie ein Foto per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Mit Ihrer Einverständniserklärung posten wir das Foto auf unseren Internetplattformen.

 

Kleine Pachtwork Roellchen


HdS-Foto: Privat

Eine elfköpfige Delegation von Seidenexperten aus Usbekistan besuchte (am Montag, 11. März) die Samt- und Seidenstadt, um sich hier über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Textilstadt zu informieren. „Da war das Haus der Seidenkultur (HdS) die richtige Adresse, um für uns einen kompletten Krefeld-Tag zu organisieren“, sagt Frank Wältring, der für die Agentur „Mesopartner“ die ausländischen Gäste auf Ihrer mehrtägigen Tour durch Deutschland betreute.

Die Teilnehmer des  Verbandes  „UZBEKIPAKSANOAT“ repräsentieren mit Unterstützung der usbekischen Regierung die Unternehmen der Seidenproduktion in Usbekistan. Ziel der Reise war die Erkundung des deutschen Marktes, Austausch mit relevanten Akteuren aus dem Seidensektor, Einblicke in moderne, ressourcenschonende Produktionsprozesse und Methoden der Datenverarbeitung in der Textilproduktion und – Verarbeitung.

Die Zukunft der Textilstadt war beim Besuch des Nachfolgebetriebes der Verseidag, „Indutex“, angesagt. Im einst größten Textilbetrieb der Seidenstadt werden heute Hightech-Textilien hergestellt.„Die Dächer der Olympiastadien in Berlin und München werden von textilen Strukturen getragen, die in Krefeld entwickelt und ausgeführt werden“, informierte der Technische Leiter des Unternehmens, Jürgen Nitsche, die weitgereisten Gäste. Produziert wird an der Industriestraße auf einem Gelände, das deutlich die Handschrift des deutschen Bauhausarchitekten Mies van der Rohe trägt.

Ob sich die Verseidag auch Usbekistan als einen Produktionsstandort vorstellen könne, war die Frage der Gäste aus Asien. Darauf Nitsche: „Wir haben das zwar noch nicht auf dem Schirm, aber man soll nie sagen nie...!“ Nach einem Mittagessen im nostalgischen Brauhaus „Wienges“ stand der Besuch im HdS auf dem Programm. Die Besucher waren von dem einzig in Europa an authentischer Stätte erhaltenem Jacquard-Handwebsaal sehr angetan. „Hier sieht man förmlich die Wurzeln der Textilstadt“, hieß es.

Dem Besuch im Museum folgte eine Stadtrundfahrt auf „Seidenen Pfaden“. HdS-Sprecher Dieter Brenner agierte als Stadtführer und zeigte live und in Farbe die vielseitigen Facetten der Stadt.  „Krefeld ist groß und sehr grün“, fiel den Gästen auf der Tour auf, die einen kontrastreichen Tag in der Samt- und Seidenstadt erlebten.

Das gesamte Besuchsprojekt wurde von der GIZ – der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit – begleitet. 

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Bildtext:Die Delegation aus Usbekistan im Foyer der Verseidag. Einblicke in das Unternehmen gab Jürgen Nitsche (3. von rechts). Mit dabei zwei Vertreter vom Haus der Seidenkultur, wo der Krefeld-Tag für die ausländischen Gäste entwickelt und ausgeführt wurde.                                             

Foto: HdS

Ex-US-Präsident Barack Obama hat bereits in seinem Fundus Krawatten aus der Samt- und Seidenstadt Krefeld; und jetzt darf auch unser Bundespräsident Frank Walter Steinmeier eine Krawatte und einen Seidenschal aus der Textilstadt sein Eigen nennen. Beide Präsente – so berichtet die Rheinische Post - stammen aus dem Haus der Seidenkultur (HdS), dem Museum an der Luisenstraße 15.

Überreicht bekam der erste Mann des Staates die edlen Seidenprodukte bei seinem jüngsten Besuch in Krefeld, nachdem er sich im Rathaus ins Goldene Buch eintrug. Der Start seines Wettbewerbes „Demokratie ganz nah“ war einer der Gründe für Steinmeier Krefeld zu besuchen. Zudem war es ihm ein Anliegen im Jubiläumsjahr des Bauhauses, das vor 100 Jahren in Weimar gegründet wurde, einen Abstecher in die Samt- und Seidenstadt zu unternehmen. Schließlich hat der bekannte Bauhausarchitekt Mies van der Rohe in Krefeld eine Vielzahl seiner Bauobjekte erstellt. Unser Foto zeigt von rechts nach links Bundespräsident Steinmeier mit seiner Gattin Elke Büdenbender. In der Mitte der Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer nebst Ehefrau Katrin Meyer-Eberhardt und Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft.

 

Bundespraesident Steinmeier in Krefeld


RP-Foto: Thomas Lammertz